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Bund stockt Mittel für EH55-Plus-Förderung um 250 Mio. Euro auf

KfW-Kredite zur Förderung von Neubauten mit erneuerbaren Energien bis Ende 2026

09.10.2026 - Berlin

Bund stockt Mittel für EH55-Plus-Förderung um 250 Mio. Euro auf

Die Bundesregierung stellt zusätzliche Mittel für die Effizienzhaus 55-Plus-Förderung zur Aktivierung des Bauüberhangs bereit. Wegen der hohen Nachfrage in den vergangenen Monaten wäre das ursprünglich eingeplante Budget von 800 Millionen Euro voraussichtlich noch vor Jahresende ausgeschöpft gewesen. Seit dem Programmstart im Dezember 2025 wurden bis Anfang Oktober rund 52.100 Wohneinheiten mit einem Kredit- und Zuschussvolumen von rund 4,9 Milliarden Euro gefördert.

Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: „Die EH55-Plus-Förderung ist ein Erfolg, die Nachfrage ist groß. Rund 52.100 Wohnungen, die genehmigt, aber nicht gebaut waren, sind jetzt in der Umsetzung. Die Nachfrage ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Deshalb stellen wir zusätzliche Mittel bereit. Wer eine Baugenehmigung in der Tasche hat, kann weiter darauf setzen: Die Förderung kann bis zum Jahresende in Anspruch genommen, soweit Programmmittel noch zur Verfügung stehen.“

Eckdaten der Förderung

  • Gefördert werden der Neubau und der Ersterwerb von Wohn- und Nichtwohngebäuden im Effizienzhaus- bzw. Effizienzgebäudestandard 55. Die Wärmeerzeugung muss zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erfolgen.

  • Bei Antragstellung muss eine gültige Baugenehmigung vorliegen.

  • Es gibt zinsverbilligte KfW-Kredite von bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit

  • Kommunale Gebietskörperschaften können einen Zuschuss von 7,5 Prozent direkt bei der KfW beantragen.

  • Anträge sind möglich bis die aufgestockten Fördermittel vollständig verausgabt sind - längstens jedoch bis zum Jahresende (Antragseingang bei der KfW am 31. Dezember 2026).

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der KfW:

www.kfw.de/297

www.kfw.de/299

Quelle: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwese, Fotos: Lars Gieger / Adobe Stock, Steffen Kugler / Bundesregierung


Kommentare

Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB)

EH55-Förderung fortgesetzt und aufgestockt: Bauwillige gewinnen Planungssicherheit

Heute hat die Bundesregierung verkündet, die Förderung für das KfW-Effizienzhaus 55 (EH55) fortzusetzen und aufzustocken. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), begrüßt diese Entscheidung als wichtiges Signal für Familien und private Bauherren:

„Die Fortsetzung der EH55-Förderung ist ein gutes und wichtiges Signal für die Branche und alle, die bauen wollen. Damit ist die drohende Förderlücke erstmal vom Tisch. Die Politik hat zugehört. Dafür sind wir dankbar.“

Noch im Juni hieß es, die Mittel würden einmalig bereitgestellt und eine Aufstockung sei nicht vorgesehen. Die Förderung wäre damit bald aufgezehrt gewesen.

Pakleppa: „Dass die Bundesregierung jetzt nachlegt, ist richtig und konsequent. Zwei Drittel der Wohnungsbauaufträge kommen von Familien und kleinen Investoren. Sie bauen aber nur, wenn sie wissen, woran sie sind. Von der Genehmigung bis zur Fertigstellung vergehen heute im Schnitt 27 Monate. Wenn sich in dieser Zeit Förderbedingungen, Standards und Zinsen mehrfach ändern, verlieren viele den Mut und springen ab. Deswegen brauchen sie eine Förderung, die verlässlich und zinsstabil ist. Dann haben sie die notwendige Planungssicherheit und fassen Mut, tatsächlich zu bauen.

Wichtig ist nun, dass ab dem 1. Januar 2027 keine Förderlücke entsteht. Wir plädieren dafür, EH55 plus bis zum Start der Zwei-Programme-Welt im Sommer 2027 fortzusetzen und die neuen Förderangebote unbürokratisch zu gestalten.“

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB)

Wirksame Programme müssen gestärkt werden - BMWSB sendet mit Umschichtung von Förderprogrammen ein Signal der Verlässlichkeit

Bauindustrie-Präsident Olaf Demuth zur Meldung des Bundesbauministeriums, wonach die Bundesregierung zusätzliche Mittel für die Effizienzhaus 55-Plus-Förderung zur Aktivierung des Bauüberhangs bereitstellt:

Bundesbauministerin Verena Hubertz zeigt Pragmatismus, indem sie im bestehenden Haushaltsrahmen die verfügbaren Spielräume für den Wohnungsbau ausnutzt. Diese kluge Schwerpunktsetzung ist richtig: Innerhalb von nur neun Monaten wurden bereits über 50.000 Wohnungen gefördert.

Angesichts der hohen Nachfrage in den vergangenen Monaten wäre das ursprünglich vorgesehene Budget von 800 Millionen Euro im EH-55-Plus-Programm voraussichtlich bereits kommende Woche ausgeschöpft gewesen. Diese Förderlücke hätte zusätzliche Verunsicherung am ohnehin unruhigen Wohnungsmarkt ausgelöst. Dass dies nun verhindert wird, ist gut für den Wohnungsmarkt und setzt ein Signal der Verlässlichkeit. Diesen pragmatischen Ansatz unterstützen wir ausdrücklich und hoffen, dass er auch bei der Umsetzung des Aktionsplans leitend sein wird.

Die heute verkündete Kurskorrektur macht zugleich deutlich: Der Wohnungsbau braucht so schnell wie möglich eine verlässliche, klar strukturierte Förderlandschaft, die sich nicht im Klein-Klein verliert. Was sich in der Praxis bewährt hat, sollte gestärkt werden. Das Förderniveau von EH55+ zeigt dabei eindeutig, dass sich Klimaschutz und Wohnungsneubau wirksam miteinander verbinden lassen. Daran sollte die Bundesregierung unbedingt festhalten.

GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen

Wichtiges Signal für den Wohnungsbau: GdW begrüßt Verlängerung der EH55-Plus-Förderung

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung, die Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus aufzustocken und damit die Fortführung des Programms bis zum Jahresende zu ermöglichen. Der GdW hatte sich ausdrücklich für eine Verlängerung des Programms eingesetzt, um den dringend benötigten Wohnungsbau weiter anzukurbeln.

„Das ist eine gute Nachricht für den Wohnungsbau in Deutschland. Die Bundesregierung setzt damit ein wichtiges Signal für mehr Verlässlichkeit bei der Neubauförderung. Es ist entscheidend, dass bereits genehmigte Bauvorhaben auch realisiert werden können. Umso erfreulicher ist es, dass die Bundesregierung nun nachlegt“, erklärt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

In Deutschland fehlt es weiterhin massiv an bezahlbarem Wohnraum. „Deshalb müssen wir alles daran setzen, bereits geplante und genehmigte Bauvorhaben endlich in die Umsetzung zu bringen. Die zusätzlichen Fördermittel helfen dabei, Investitionen anzustoßen und dringend benötigte Wohnungen auf den Weg zu bringen. Entscheidend ist jetzt, dass die Förderung möglichst ohne Unterbrechungen zur Verfügung steht und die Wohnungsunternehmen langfristig Planungssicherheit erhalten. Denn Wohnungsbau braucht verlässliche Rahmenbedingungen und keine Förderpolitik im Stop-and-go-Modus“, so Gedaschko.

Der GdW appelliert daher an die Bundesregierung, die positiven Impulse der EH55-Plus-Förderung aufzugreifen und auch über das Jahresende hinaus für stabile, ausreichend ausgestattete und langfristig planbare Förderbedingungen im Wohnungsneubau zu sorgen.

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