14.09.2026 - München
Nach den erfolgreichen bayerischen Pilotprojekten mit dem Schwerpunkt auf Wohngebäuden geht der Gebäudetyp-e in Bayern jetzt in die zweite Runde. Im Fokus stehen diesmal Bauten für die Bildung wie Schul- und Hochschulbauten oder ähnliche Einrichtungen für Lehre und Fortbildung. Bayern Bauminister Christian Bernreiter betont: „Unser Ziel ist Schulen einfach, klug und pragmatisch zu bauen“. Die Bewerbung ist noch bis zum 30. Oktober 2026 beim Referat 27 des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr möglich.
Bayerns Bauminister Christian Bernreiter sagt: „Der Gebäudetyp-e in Bayern definiert keinen neuen Standard, sondern hinterfragt bestehende Normen und Praktiken: ‚e‘ steht dabei für einfach oder auch experimentell. Nachdem in der ersten Runde der Schwerpunkt auf dem Wohnungsbau lag, nehmen wir uns jetzt verstärkt Bildungsbauten vor und schauen wie wir Kosten in Bau und Betrieb sinnvoll reduzieren können: Die Qualität soll nicht leiden - wir wollen einfache, kluge und pragmatische Lösungen für eine breite Anwendung erkunden. Ich lade alle interessierten Träger ein, Standards kritisch zu hinterfragen und sich ab sofort und noch bis 30. Oktober 2026 bei uns mit ihren Vorhaben im Bildungsbereich für die zweite Phase zu bewerben.“
Bauminister Bernreiter blickt zurück: „Im ersten Pilotvorhaben haben wir uns in erster Linie angeschaut, wie der Wohnungsbau einfacher, klüger, pragmatischer und damit auch wieder bezahlbar werden kann. Das erste Wohngebäude ist bereits fertig und bewährt sich jetzt in der Praxis, weitere folgen im Herbst. Wir haben viel gelernt und wichtige Ideen gesammelt: Auf Landesebene haben wir mit den Modernisierungsgesetzen, dem Entwurf des Bayerischen Bauturbo-Gesetzes und unserer entschlackten sozialen Wohnraumförderung schon viel auf den Weg gebracht - jetzt muss der Bund auch im Zivilrecht flexiblere Regelungen ermöglichen, sodass Gebäudetyp-e rechtssicher auch in der Breite ankommen kann.“
Prof. Dr. Norbert Gebbeken, der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer,
sagt: „Wir wollen Kosten senken, Bürokratie abbauen und möglichst weniger
Normen. Der Gebäudetyp-e schafft Handlungsspielräume beim Planen und Bauen. Er
bietet die Möglichkeit, aus dem engen Korsett an Normen auszubrechen, die für
die Bauwerkssicherheit nicht zwingend erforderlich sind. Mit der praktischen
Umsetzung der Pilotprojekte in Bayern leisten wir einen wichtigen Beitrag,
um das Bauen einfacher, schneller, aber auch nachhaltiger, ressourcenschonender und günstiger zu gestalten.“
Mit dem Projektaufruf für die zweite Phase sucht das Bayerische Bauministerium sowohl Neubauvorhaben als auch Sanierungen oder Umnutzungen im Bildungsbereich.
Bernreiter erklärt: „Schulen, Hochschulen und vergleichbare Einrichtungen für Lehre und Fortbildung sind mehr als Orte der Wissensvermittlung. Sie schaffen Räume für Bildung, Begegnung und persönliche Entwicklung, prägen die gesellschaftliche Wahrnehmung von Bildung und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Identität und Qualität unserer gebauten Umwelt. Raumbedarfe, Komfortstandards, und Anforderungen an Energieeffizienz und Ausstattung sind in den vergangenen Jahren fortlaufend gestiegen - und in diesem Zuge auch die Kosten. Unser Ziel ist es daher, jetzt bei Bildungsbauten überzogene Regeln und technische Standards auszumachen, gezielt zu reduzieren oder zu hinterfragen und so Bau und Betrieb einfacher, effizienter und günstiger zu machen. Die Projekte sollen hierzu beispielgebend neue Wege umsetzen und so Vereinfachungen für eine breite Anwendung aufzeigen.“
Der Aufruf richtet sich an Projekte in unterschiedlichen Stadien der Planung. Die Projekte sollten einen ersten Entwurf der Bedarfsplanung mit Raumprogramm aufweisen, aber noch Änderungen im Sinne des einfachen Bauens zulassen oder das einfache Bauen bereits im Planungsprozess berücksichtigt haben. Es ist geplant, rund zehn Projekte auszuwählen.
Wie die Projekte der ersten Phase werden auch die neuen Pilotvorhaben wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es Erkenntnisse zu gewinnen, die auf andere vergleichbare Projekte übertragbar sind und das gewonnene Wissen weiterzugeben.
Die Auswahl der Projekte erfolgt durch ein Expertengremium, das sich aus Vertreterinnen und Vertretern mindestens folgender Stellen zusammensetzt:
Die Bewerbungsunterlagen können hier abgerufen werden:
Für weitere Informationen zum Bewerbungsprozess können sich interessierte Träger an das Referat 27 des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr wenden, E-Mail: gbdtyp-stmbbyrnd
Pilotprojekte aus Phase I: Schwerpunkt Wohnungsbau
Quellen: Bayerisches Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, Bayerische Ingenieurekammer, Logos Gebäudetyp-e: Bayerische Architektenkammer, Foto Bernreiter: Atelier Krammer / StMB, Foto Gebbeken: Tobias Hase
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