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Zehn typische Schadenrisiken bei der nachhaltigen Sanierung von Wohngebäuden

Bauherren-Schutzbund (BSB) veröffentlicht neue Studie des Instituts für Bauforschung e. V. (IFB)

07.07.2026 - Berlin

Zehn typische Schadenrisiken bei der nachhaltigen Sanierung von Wohngebäuden

Wer eine Bestandsimmobilie energetisch oder nachhaltig sanieren möchte, steht meist vor einem anspruchsvollen Projekt: Alte Bausubstanz trifft komplexe technische Anforderungen und mehrere Gewerke müssen zusammengebracht werden. Eine neue Kurzstudie im Auftrag des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB), erstellt vom Institut für Bauforschung e. V. (IFB), zeigt anhand von zehn typischen Fallbeispielen, wo bei der Bestandssanierung besonders häufig Schadenrisiken entstehen und wie Verbraucherinnen und Verbraucher diese vermeiden können.

Viele Eigentümerinnen und Eigentümer wollen ihr Haus energetisch verbessern, den Wohnkomfort erhöhen und zugleich nachhaltig investieren. Eine solche Sanierung darf aber nicht zur Stückwerk-Lösung werden, das zeigt die vorliegende Studie. Henrik Fork-Weigel, Geschäftsführer des BSB erklärt: „Wer einzelne Maßnahmen ohne Gesamtblick auf Gebäude, Technik und genaue Anforderungen umsetzt, riskiert Folgeschäden und vermeidbare Mehrkosten.“

Bestandssanierung ist anspruchsvoller als viele vermuten

Die Kurzstudie „Die 10 häufigsten Schadenrisiken bei der nachhaltigen Bestandssanierung“ macht deutlich: Schäden entstehen nicht nur durch handwerkliche Ausführungsfehler. Vor allem unvollständige Bestandsaufnahmen, nicht abgestimmte Einzelmaßnahmen oder Fehler im Umgang mit Förderbedingungen können für Eigentümerinnen und Eigentümer teuer werden.

„Bei der Sanierung im Bestand greift man in ein funktionierendes System ein. Jede Maßnahme verändert bauphysikalische Zusammenhänge, etwa Feuchte, Wärmebrücken, Lüftung oder Heiztechnik“, erklärt Fork-Weigel. „Ohne gründliche Planung drohen Probleme, durch die die gewünschten Verbesserungen am Ende nicht wie vorgesehen funktionieren.“

Drei Beispiele aus der Studie zeigen typische Risiken

1. Kellerzustand vor Sanierung nicht ausreichend bewertet – rund 50.000 Euro Schadenbeseitigung

In einem untersuchten Fall wurde ein Mehrfamilienhaus gedämmt und die alte Heizung modernisiert. Danach zeigte sich im Keller massive Feuchtigkeit mit Putzabplatzungen und muffigem Geruch. Der Grund: Eine mangelhafte Kellerabdichtung war zuvor durch die Abwärme des alten Heizkessels und ungedämmter Leitungen verdeckt geblieben. Die Schadenbeseitigung kostete rund 50.000 Euro.

2. Änderung beim Dämmstoff nicht abgestimmt – 6.000 Euro weniger Förderung

Bei einer geförderten Sanierung wurde statt der geplanten Mineralwolldämmung eine Holzfaserdämmung mit schlechterem Dämmwert eingebaut, ohne die Energieberaterin einzubeziehen. Der geplante Effizienzhausstandard wurde nicht erreicht, der Zuschuss sank von 12.000 auf 6.000 Euro.

3. Keine sachverständige Baukontrolle – rund 38.000 Euro Folgekosten

Durchfeuchtete Mineralwolle-Dämmplatten wurden trotz Beschädigung eingebaut und verputzt. Erst eine spätere sachverständige Kontrolle deckte den Mangel auf. Große Teile des Wärmedämm-Verbundsystems mussten erneuert werden, Kostenpunkt rund 38.000 Euro.

Diese und weitere Mängel in der Studie zeigen: Schadenrisiken entstehen häufig dort, wo Planung, Ausführung und Kontrolle nicht ausreichend ineinandergreifen. Besonders kritisch wird es, wenn Mängel verdeckt werden und erst nach der Schlussabnahme sichtbar werden.

Empfehlungen für private Bauherren

Der BSB empfiehlt Eigentümerinnen und Eigentümern, Sanierungsvorhaben frühzeitig vorzubereiten und nicht allein nach einzelnen Angeboten oder kurzfristigen Förderanreizen zu entscheiden. Stattdessen sind eine umfassende Bestandsanalyse sowie die Abstimmung aller Einzelmaßnahmen auf Gebäudehülle, Anlagentechnik und Nutzung entscheidend. Unabhängige Kontrollen helfen zudem, Planungsunterlagen zu prüfen und Schäden im Bauablauf rechtzeitig zu erkennen.

Hintergrund: Der Sanierungsbedarf im Gebäudebestand ist groß

In Deutschland gibt es nahezu 20 Millionen Wohngebäude mit rund 45 Millionen Wohneinheiten. Rund 60 Prozent der Wohngebäude wurden vor 1978 errichtet – also vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung. Nur ein kleiner Teil des Bestands wurde nach Einführung der Energieeinsparverordnung 2014 gebaut. Entsprechend häufig treffen heutige Anforderungen an Energieeffizienz, Barrierefreiheit und Wohngesundheit auf Gebäude, deren Konstruktion, Anlagentechnik und Nutzungsgeschichte genau geprüft werden müssen.

Download und weitere Informationen

Kurzstudie „Die 10 häufigsten Schadenrisiken bei der nachhaltigen Bestandssanierung“

www.bsb-ev.de/modernisierung/bestandssanierung/nachhaltige-bestandssanierung-10-typische-fehler-vermeiden

Quelle und Fotos: Bauherren-Schutzbund (BSB)

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