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TUM-Kinderoase: Schlüsselübergabe mit Star-Architekt Francis Kéré

Erstes dauerhaftes Gebäude von TUM-Professor Francis Kéré in Europa

07.07.2026 - München

TUM-Kinderoase: Schlüsselübergabe mit Star-Architekt Francis Kéré

Das erste dauerhafte Gebäude des Star-Architekten Prof. Francis Kéré in Europa steht an der Technischen Universität München (TUM). Nach gut zwei Jahren Bauzeit wurde die „Kinderoase an der TUM“ ihrer Bestimmung übergeben. Künftig werden in der vertikalen Kindertagesstätte bis zu 60 Kinder von TUM-Angehörigen betreut. Kéré wurde 2022 mit dem Pritzker-Preis, auch „Nobelpreis für Architektur“ genannt, ausgezeichnet und ist Professor an der TUM für Architectural Design and Participation.

Prof. Francis Kéré hat die Rutsche in der TUM-Kinderoase schon getestet. Foto: Astrid Eckert / TUM 
Prof. Francis Kéré hat die Rutsche in der TUM-Kinderoase schon getestet. Foto: Astrid Eckert / TUM

Der Bau wurde von der Unternehmerin und Ehrensenatorin der TUM, Ingeborg Pohl, finanziert, errichtet und der TUM geschenkt. Sie beauftragte als Bauherrin Prof. Francis Kéré für den visionären Entwurf und seinen Professorenkollegen Hermann Kaufmann, der den Entwurf erst realisierbar machte, mit der Ausführungsplanung. Es entstand ein konstruktiver Holzbau mit fünf Geschossen und einer ikonisch gefalteten Lamellenfassade aus Cortenstahl.

Insgesamt stehen für die Kinder dort rund 700 Quadratmeter zur Verfügung. Die Kinder sind nach Altersgruppen organisiert, wobei jede Gruppe ein eigenes Geschoss nutzt. In den mittleren und oberen Ebenen befinden sich gemeinschaftliche Bereiche zum Spielen, für Sport und Mahlzeiten, darunter auch ein Mehrzweck-Sportraum. Ganz oben lädt die teilweise überdachte Dachterrasse mit dem Namen „Himmelswiese“ zu Bewegung, frischer Luft und Ausblicken über die Stadt ein. Hier können die Kinder im dicht bebauten städtischen Umfeld geschützt laufen, Sonne und Wind erleben und ihre Umgebung entdecken.

Im Mittelpunkt des Entwurfs steht ein vertikaler Spielplatz an der Nordfassade des Gebäudes. Rutschen verbinden die einzelnen Ebenen und machen den Weg ins darunterliegende Geschoss zu einem spielerischen Erlebnis. Gleichzeitig dient dieser Bereich als akustischer Puffer und schützt die dahinterliegenden Gruppenräume vor dem Straßenlärm der Gabelsbergerstraße.

Impressionen

Technische Daten und Projektbeteiligte

  • Die Kinderoase ist auf einer seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs unbebauten Lücke im Gebäudezug entlang der Gabelsberger Straße entstanden. Nach Süden grenzt der Bau an die Mensa der TUM. Östlich und westlich liegen Bestandsgebäude der TUM.

  • Das Gebäude ist ein Holzbau mit Cortenstahl-Fassade. Lediglich das Fluchttreppenhaus im hinteren Teil wurde in Beton ausgeführt.

  • Es wurde für den Bau hauptsächlich Fichte verwendet. Parkett und Treppenstufen sind aus Eschenholz.

  • Insgesamt wurden 100 Tonnen Stahl verbaut, vor allem für die 2.085 Lamellen der Fassade. Die Gesamtlänge der Lamellen beträgt ca. 7.300 Meter.

  • Das Gebäude ist 15,10 Meter breit und 17,46 Meter tief.

  • Die Bruttogrundfläche beträgt 1.541 Quadratmeter.

Projektbeteiligte:

  • Entwurf: Kéré Architecture, Berlin

  • Ausführungsplanung: HK Architekten – Hermann Kaufmann + Partner ZT GmbH, Schwarzach

  • Projektsteuerung und Baumanagement: Als Vertreter der Bauherrin Antony Groß, GAPP GmbH, München

  • Tragwerk, Brandschutz und Bauphysik: Stefan Winter, emeritierter Professor des TUM-Lehrstuhls für Holzbau und Baukonstruktion, bauart Konstruktions GmbH & Co. KG, München

  • Energieeffizienz: Prof. Thomas Auer von der TUM-Professur für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen, München

  • Technische Gebäudeausstattung: ITG-Ingenieurgesellschaft für TGA mbH, München

  • Landschaftsplanung: Jühling & Köppel Landschaftsarchitekten GmbH, München

  • Künftiger Betreiber der Kinderoase: Studierendenwerk München Oberbayern

Neues Highlight im Münchner Museumsviertel

Ehrensenatorin Ingeborg Pohl betonte: „Ich danke besonders allen, die mitgeholfen haben, während der sportlichen Bauzeit von zweieinviertel Jahren. Mit dieser Kinderoase erfüllt sich mein Wunsch, leistungsstarke Frauen in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen.“

TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann sagte: „Hier ist etwas wirklich Besonderes entstanden: Ein Ort für Kinder, der Eltern hilft, Beruf und Familie zu vereinbaren – und das in einem Gebäude von architektonischer Einzigartigkeit inmitten des Münchner Museumsviertels. Ich danke unserer Ehrensenatorin Ingeborg Pohl von ganzem Herzen für ihr gelebtes bürgergesellschaftliches Engagement und ihren vorbildlichen Sinn für das Gemeinwohl, der zur Förderung der nächsten Generationen junger Menschen Nützlichkeit und Ästhetik so perfekt kombiniert.“

Prof. Francis Kéré sagte: „Meine ersten Projekte entstanden für Schulkinder, und heute baue ich für die Allerkleinsten. Das ist eine wunderbare Verantwortung. Wir haben die Kinderoase konsequent aus der Perspektive der Kinder entworfen, die sie täglich nutzen werden. Entstanden ist ein vertikaler Spielplatz, in dem sie laufen, klettern und von einem Geschoss ins nächste rutschen können. Ich hoffe, dass dieses Gebäude ihre Neugier weckt und sie dazu anregt, gemeinsam zu spielen, eigene Spiele zu erfinden und miteinander aktiv zu sein.“

Hermann Kaufmann, emeritierter Professor des TUM-Lehrstuhls für Entwerfen und Holzbau, betonte: „Es ist erfreulich, dass die international anerkannte Holzbaukompetenz der TUM ihren sichtbaren Ausdruck am zentralen Standort in München nun gefunden hat.“

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume erklärt: „Die wichtigste Investition in die Zukunft sind unsere Kinder. Die neue Kinderoase der TUM ist ein ikonischer Bau im Herzen der Stadt, der Eltern Freiräume schenkt und zeigt: Spitzenwissenschaft braucht Familienfreundlichkeit. Hier finden die Forschenden von heute beste Voraussetzungen – und vielleicht schon die Talente von morgen. Mein herzliches Vergelt’s Gott gilt Frau Senatorin E. h. Ingeborg Pohl für ihr außergewöhnliches Engagement und dieses großherzige Geschenk an die TUM. Wer Kindern Chancen schenkt, gestaltet Zukunft.“

Quelle: Technische Universität München, Fotos: Astrid Eckert / TUM

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