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Freistaat Bayern startet Hochschulbau-Offensive

Bericht aus der Kabinettssitzung vom 23. Juni 2026

23.06.2026 - München

Freistaat Bayern startet Hochschulbau-Offensive

Der Freistaat Bayern startet eine Hochschulbau-Offensive und investiert rund eine Milliarde Euro aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ des Bundes gezielt in die Modernisierung der Hochschulinfrastruktur. Im Fokus stehen die Sanierung bestehender Gebäude und die Beschleunigung von Neubauten. Geplant sind über 120 Maßnahmen in rund vier Jahren, um die Studien- und Arbeitsbedingungen für Studierende, Lehrende und Forschende spürbar zu verbessern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Bayern nachhaltig zu stärken.

Fokus auf Sanierung von Bestandsgebäuden und Beschleunigung von Neubauten

Der Freistaat Bayern legt eine Hochschulbau-Offensive auf und setzt damit Mittel aus dem „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ des Bundes zielgerichtet und zukunftsweisend ein. Die Hochschulbau-Offensive wird sowohl aus dem bayerischen Anteil am Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz als auch aus dem Schnellbauprogramm gespeist. In der Addition dieser zusätzlich verfügbaren Mittel ergibt sich eine weitere Hochschulbaumilliarde. Sie bietet die Grundlage für die Hochschulbau-Offensive.

Die Offensive besteht aus zwei Teilen: einer Sanierungsoffensive und einer Schnellbauoffensive. Im Fokus stehen damit insbesondere die Sanierung von Bestandsgebäuden und beschleunigter Neubau. Es gelten folgende Leitprinzipien:

  • Die gesamte bayerische Hochschullandschaft profitiert: alle Regionen, alle Hochschularten, alle Wissenschaften.
  • Die gesamte Hochschulfamilie profitiert: Studierende, Lehrende und Forschende.
  • Das gesamte Hochschulbausystem profitiert: Die Mittel werden schnell, unbürokratisch und zielgerichtet eingesetzt.

Aktuell ist vorgesehen, dass durch das Aktionsprogramm über 120 Maßnahmen in einem Zeitraum von circa vier Jahren realisiert werden.

Sanierungsoffensive

Bei der Sanierungsoffensive stehen Bestandsliegenschaften im Mittelpunkt. Sie setzt dort an, wo die dringendsten Bedarfe bestehen. Dazu gehören exemplarisch:

  • die Teilsanierung des Walter-Schottky-Instituts an der TUM, 
  • die Sanierung der Zentralbibliothek an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 
  • Dachsanierungen an der Universität Regensburg 
  • und allein vier Maßnahmen an der FAU Erlangen-Nürnberg. 

Dank der Sanierungsoffensive sind auch größere Instandsetzungen im Millionenbereich schnell, unbürokratisch und zielgerichtet möglich.

Schnellbauoffensive

Dort, wo bestehende Gebäude nicht mehr wirtschaftlich saniert werden können, greift die Schnellbauoffensive für moderne Neubauten. Die Staatsregierung setzt dabei auf schnelle und effiziente Bauverfahren, um zusätzliche Flächen für Hochschulen rasch bereitzustellen und die Infrastruktur zukunftsfest zu machen. Die Schnellbauoffensive dient darüber hinaus als Beschleunigungs- und Sicherungspaket für große Baumaßnahmen, die über den Kernhaushalt finanziert werden.

Die Hochschulbau-Offensive wirkt mit den zusätzlichen Mitteln strukturell und konjunkturell. Ziel ist, die Bedingungen für Wissenschaftler, Lehrende und Studierende unmittelbar zu verbessern. Damit steht die Hochschulbau-Offensive beispielhaft für die Erfüllung der mit dem Sondervermögen verbundenen Absichten: Es wirkt additiv, nicht substitutiv.

Bericht aus der Kabinettssitzung vom 23. Juni 2026

Quelle und Foto: Bayerische Staatskanzlei

Kabinett beschließt Neubauten für die Uniklinika in Augsburg, München und Würzburg

Größtes Uniklinika-Bauprogramm in der Geschichte des Freistaats

Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst vom 23.06.2026

Markus Blume, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. Foto: Steffen Böttcher / STMWK 
Markus Blume, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. Foto: Steffen Böttcher / STMWK

„Der heutige Tag ist ein Feiertag für Großhadern, Würzburg und Augsburg! Wir senden das Signal an alle Beschäftigten, alle Patienten und die medizinische Forschung: Bayern will Spitzenmedizin für alle, überall, auf höchstem Niveau. Wir gehen das größte Uniklinika-Bauprogramm in der Geschichte des Freistaats an“, kommentiert Wissenschaftsminister Markus Blume den heutigen Beschluss des bayerischen Ministerrats zu Neubaumaßnahmen für die Uniklinika in Augsburg, München-Großhadern und Würzburg. 

„Bei allen drei Maßnahmen handelt es sich um hochkomplexe Spezialbauten, die zusammen rund 9 Milliarden Euro an Investitionen des Freistaats erfordern werden. In der Realisierung werden wir verschiedene Wege des Bauens erproben“, erklärte Blume.

„Kein Land außer Bayern schafft es, drei Uniklinika-Neubauvorhaben gleichzeitig anzustoßen. Fest steht aber auch: Wir müssen Einspar- und Beschleunigungspotenziale heben - auch während der weiteren Bau- und Planungsphasen“, so Blume. Er dankte Ministerpräsident Dr. Markus Söder, seinen Kabinettskollegen und den Regierungsfraktionen für die Unterstützung bei dieser Mammutaufgabe.

Verschiedene Wege der Realisierung

Für das LMU-Klinikum in München-Großhadern hat das Kabinett heute den ersten Bauabschnitt mit 69.000 Quadratmeter Fläche für 600 Betten beschlossen. Dort soll u.a. das Herz-Lungen-Gefäßzentrum (HLG), ein Onkologisches Zentrum (ONKO) und ein Diagnostikum untergebracht werden. Die Baumaßnahme mit veranschlagten rund 2,2 Mrd. Euro soll durch einen Totalunternehmer realisiert werden - die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bayerischen Landtags vorausgesetzt. Weitere Bauabschnitte sollen in den kommenden Jahrzehnten folgen.

Ebenfalls beschlossen wurde der Neubau für das Kopfklinikum (KKL) und des Zentrums Frauen-Mutter-Kind (ZFMK) am Uniklinikum Würzburg. Dort sollen auf einer Fläche von rund 30.000 Quadratmeter die HNO- und Augenklinik sowie die Klinik für Frauenheilkunde mit u.a. 274 Planbetten und elf stationären und vier ambulanten OP-Sälen untergebracht werden. Zum ersten Mal werden sogenannte KRITIS-Maßnahmen für Krisenfälle eingeplant. Das bedeutet, dass die Tiefgarage im Notfall für 100 unterirdische Behandlungsplätze mit 2 OP-Sälen und 40 Intensivplätzen umgerüstet werden kann. Die Baumaßnahme mit rund 1,7 Mrd. Euro soll über Einzelvergabe bzw. zusammengefasste Vergabepakete an Generalunternehmer erfolgen – die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bayerischen Landtags vorausgesetzt. Ein weiterer Bauabschnitt soll in den kommenden Jahrzehnten folgen.

Im März 2023 hatte das Bayerische Kabinett für das Uniklinikum Augsburg einen Neubau anstelle einer Sanierung des Bestandsgebäudes als deutlich wirtschaftlichere und schnellere Maßnahme beschlossen. Heute hat das Kabinett in einem zweiten Schritt den Anstoß für die nächsten Schritte gegeben. In der nächsten Phase folgen der Architektenwettbewerb sowie eine vertiefte Planung. Vorgesehen ist eine Nutzfläche von rund 125.000 Quadratmetern. Die Baumaßnahme soll durch eine Vergabe über eine Projektgesellschaft im Rahmen eines PPP-/Joint Venture-Modells realisiert werden.

In den bayerischen Universitätsklinika werden an sechs Standorten mit über 9.000 Betten und 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jährlich rund 380.000 stationäre sowie 2,2 Mio. ambulante Patientinnen und Patienten behandelt. Zudem stehen 2.150 Medizinstudienplätze pro Jahr zur Verfügung. Die Uniklinika sind laut Blume „echte Leistungsträger in der medizinischen Versorgung, Forschung und Lehre.“

Quelle und Grafiken: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (STMWK), Foto von Marus Blume: Steffen Böttcher / STMWK

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