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Staatsminister Blume eröffnet Technologietransferzentrum Aichach der TH Augsburg

Digitales Planen und Fertigen im Bauwesen.

11.02.2026 - Aichach

Staatsminister Blume eröffnet Technologietransferzentrum Aichach der TH Augsburg

Der Bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume hat am 11. Februar 2026 gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft das Technologietransferzentrum (TTZ) der Technischen Hochschule Augsburg in Aichach offiziell eröffnet. Das TTZ Aichach ist spezialisiert auf digitales Planen und Fertigen im Bauwesen. Hier entwickeln Partner aus Forschung und Bauwirtschaft ressourcenschonende Baumaterialien und digitale Fertigungsverfahren im Massiv- und Holzbau.

In der Halle im interkommunalen Gewerbegebiet „Acht/300 Gewerbepark Aichach Dasing“ steht den Forschenden der THA und den kooperierenden Unternehmen aus der Bauwirtschaft und dem Handwerk eine Experimentierfläche von 1.000 m2 mit einem innovativen Maschinenpark zur Verfügung. 

Wissenschaftsminister Markus Blume bei der Eröffnung: „Ein Thinktank für schnelles, nachhaltiges und effizientes Bauen: Das neue TTZ für Digitales Planen und Fertigen im Bauwesen der TH Augsburg in Aichach ist ein Innovationsmotor für eine unserer wichtigsten Branchen: Die Bauwirtschaft. Mit unseren Technologietransferzentren bringen wir Hightech ins Land - anwendungsorientiert und praxisnah. Ein TTZ entsteht nicht am Reißbrett, sondern es orientiert sich an den Stärken und Bedarfen der regionalen Wirtschaft. Genau das ist auch hier in Aichach der Fall - die regionale Wirtschaft bringt sich voll ein und profitiert enorm. Herzlichen Dank auch an die Stadt Aichach und den Landkreis Aichach-Friedberg für das Engagement. Hier hat man verstanden: Innovation ist eine Gemeinschaftsaufgabe."

Die aktuellen Herausforderungen für die Bauwirtschaft und das Handwerk sind komplex und vielseitig: Fachkräftemangel, erhöhte Beschaffungskosten, Rohstoffmangel sind drängend. Am TTZ Aichach stehen die Zukunftsfelder Ressourceneffizienz und Digitalisierung im Mittelpunkt. Ziel ist, einen zentralen Beitrag zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Bauindustrie zu leisten.

„Im TTZ Aichach entsteht Zukunft durch Zusammenarbeit. In enger Partnerschaft mit regionalen Unternehmen, Innungen, Kammern, Kommunen und Forschungseinrichtungen arbeiten wir an konkreten Lösungen für die aktuellen und zukünftigen Bedarfe der Branche“, sagt Prof. Dr. Frank Danzinger, Vizepräsident für Technologie und Forschung der THA. Einbezogen werden neben den Kooperationspartnern aus der Bauwirtschaft und dem Handwerk auch die Handwerkskammer für Schwaben, die IHK Schwaben und die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH sowie Forschungscluster, wie der Verein Composites United e.V. – CU Bau, das Spitzencluster MAI Carbon und Netzwerk Holzbau Kompakt.

„Forschungsinfrastruktur, so wie sie im TTZ Aichach aktuell in Betrieb genommen wird, wird durch gemeinsame Nutzung besser und baut neue Möglichkeiten-Räume für alle Akteure“, erläutert Prof. Dr. Danzinger. Im Rahmen der Eröffnung unterzeichnete der Vizepräsident der THA gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Christian Seiler, Dekan an der Fakultät Bauingenieurwesen der Hochschule München, die „Kooperationsvereinbarung zur gegenseitigen Nutzung und Verleihung von Geräten“ zwischen der Technischen Hochschule Augsburg und der Hochschule München.

Spotlight on: Angewandte und kooperative Forschung im TTZ Aichach

Im Rahmen eines „Innovation Walk” präsentierten die Forschenden gemeinsam mit den Kooperationspartnern aktuelle Forschungsaktivitäten des TTZ Aichach. Dabei gaben sie an fünf Stationen Einblicke in die aktuelle kooperative und angewandte Forschung im Massivbau und im digitalen Holzbau. 

Anhand aktueller Forschungsprojekte zeigten die Referierenden auf, wie und welche technologischen Innovationen sie für die drängenden Herausforderungen der Bauwirtschaft aktuell am TTZ Aichach entwickeln.

Im Forschungsbereich Massivbau kommen unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Sergej Rempel, wissenschaftlicher Leiter am TTZ Aichach und Experte für Carbon-Recyclingbeton, Verfahren des 3D-Betondrucks zur Entwicklung ressourcenschonender Bauteile zum Einsatz. Eng eingebunden sind hier die Dobler GmbH & Co. KG Bauunternehmung sowie das IKR – Institut für angewandte Künstliche Intelligenz und Robotik der Hochschule Kempten. Zur Qualitätssicherung und für Zulassungsverfahren zukünftiger Bauteile und -stoffe wird die Tragfähigkeit von zuvor hergestellten Prüfkörpern und Bauelementen z.B. in einem Carbon-Faserstrangzugversuch und weiteren Prüfmethoden im TTZ Aichach nachgewiesen. Aktuelle Kooperationspartner sind die Hitexbau GmbH und die CG TEC GmbH.

Im Forschungsbereich digitaler Holzbau steht eine Holzabbund-Anlage zur Verfügung. Die Forschungsprojekte erfolgen aktuell mit der Hans Hundegger AG. Ebenso werden am TTZ Aichach automatisierte Technologien präzise und effizient im modernen Holzbau eingesetzt. Anschauliches Beispiel ist die „Parkarena Furth”, die mit Expertisen aus dem TTZ Aichach unter Federführung von Prof. Dr.-Ing. Christopher Robeller, wissenschaftlicher Leiter am TTZ Aichach und Experte für Digitale Planung und Produktion, für die Bayerische Landesgartenschau Furth im Wald 2025 dauerhaft errichtet wurde: Eine großformatige Gitterschale aus heimischem Holz mit knapp 40 Metern Spannweite und 14 Metern Höhe überspannt als offene Hallenkonstruktion 450 Sitzplätze und wird für verschiedene Open-Air-Veranstaltungen genutzt.

Ressourcenschonender Einsatz von Baumaterialien ist möglich

„Ziel unseres Innovation Walk war, zu zeigen, dass ein ressourcenschonender Einsatz von Baumaterialien schon heute gelingen kann und dass Methoden des digitalen Planens und Fertigens, wie sie im TTZ Aichach entwickelt und von den Unternehmen angewendet werden, z.B. Arbeitsschritte im Massiv- und Holzbau beschleunigen. So können digitale Tools Fachkräfte bei ihrer Arbeit unterstützen, was dem Fachkräftemangel entgegenwirkt. Kurz gesagt: Das TTZ Aichach erbringt einen zentralen Technikbeitrag zur Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit sowie zur digitalen Transformation der Baubranche. Und: Das TTZ Aichach übernimmt eine zentrale Rolle bei der Vernetzung zwischen der Technischen Hochschule Augsburg, den Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen in der Region, in Bayern, in Deutschland und im europäischen Ausland“, sagt Mareile Hertel, Geschäftsführerin des TTZ Aichach.

Beim anschließenden Get-together nutzten die über 100 Gäste die Gelegenheit, weitere Projektideen einzubringen und die Möglichkeiten einer Kooperation mit dem TTZ Aichach auszuloten. Ebenso informierte die THA über Gründungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Forschung, Engagement und Innovation für die Region

Technologietransferzentren sind eine vom Freistaat Bayern geförderte Initiative. Gefördert werden sie in der Anlaufphase im Rahmen der Hightech Agenda Bayern. Den thematischen Schwerpunkt eines TTZ bestimmt dabei der Bedarf in der Region. Die TTZ der Technischen Hochschule Augsburg sind besonders auf die Bedürfnisse der Industrie und des Handwerks in Bayerisch-Schwaben und die Städte und Landkreise, in denen sie verortet sind, ausgerichtet – ihre erzielten Forschungsleistungen wirken jedoch weit über die Region hinaus. 

Die THA verfügt aktuell über fünf TTZ an den Außenstandorten Nördlingen, Donauwörth, Landsberg am Lech, Aichach und Gersthofen. Das TTZ Aichach wurde im April 2023 vom Freistaat Bayern ins Leben gerufen. Die Räumlichkeiten für das TTZ Aichach stellen der Landkreis Aichach-Friedberg und die Stadt Aichach der Technischen Hochschule Augsburg zur Verfügung. An das TTZ können sich Unternehmen aus der Bauwirtschaft und Handwerksbetriebe wenden, um sich für ihre realen Bedarfe innovative Lösungen und auch passgenaue Weiterbildungen konzipieren zu lassen.

https://www.tha.de/TTZ-Aichach.html

Quelle: Technische Hochschule Augsburg, Fotos: Matthias Leo / THA

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