Die Gewinner des Schülerwettbewerbs Junior.ING Bayern 2025/2026 stehen fest. 155 von Schülerhand entworfene und gebaute Modelle von Stadiondächern beurteilte die Jury der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Am Wettbewerb beteiligt und ihr Ingenieurtalent erprobt haben Kinder aus allen Ecken Bayerns, aus allen Schulzweigen und allen Klassenstufen - vom Erstklässler bis zur Abiturientin. Nun stehen die Gewinner fest, die Bayern im Bundesfinale in Berlin vertreten werden.
Bei der großen Preisverleihung am 12. März 2026 in der Hochschule München wurden jetzt die besten Schülerinnen und Schüler und ihre Modelle von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau ausgezeichnet.
„Unser Wettbewerb zeigt eindrucksvoll, wie viele junge Ingenieurtalente es in Bayern gibt. Es ist toll, dass die Kinder so zahlreich die Möglichkeit nutzen, durch die Teilnahme an unserem Wettbewerb praktische Erfahrungen mit dem Bauen und Konstruieren zu machen“, sagt Dr.-Ing. Werner Weigl, Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, der am 12. März 2026 gemeinsam mit dem Juryvorsitzenden Dr.-Ing. Ulrich Scholz die Gewinner in der Hochschule München ausgezeichnet hat.
Dr. Scholz ergänzt: „Dieses Jahr haben wir einen weiteren Sonderpreis geschaffen - ausgezeichnet wurde das originellste Modell. Die Wahl viel uns nicht schwer – von „Theatrum commune aureum Imperii“ waren alle Jurymitglieder sofort begeistert.“
Kultusministerin Anna Stolz, die auch in diesem Jahr gerne die Schirmherrschaft für den Wettbewerb übernommen hat, betonte:
„Die Konstruktionen Eurer Stadiondächer finde ich großartig! Damit habt Ihr bewiesen, dass Ihr technisch äußerst geschickt und dabei auch sehr kreativ seid. Ihr habt aber auch gezeigt, dass Ihr im Team über Euch hinauswachsen könnt. Der ‚Junior.ING‘-Wettbewerb ist eine Herzenssache für mich, weil er junge Talente für Technik und Naturwissenschaften begeistert. Mein Dank gilt den Lehrkräften, die Euch zur Seite standen, und der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau für die Organisation des Wettbewerbs. Den Landessiegern drücke ich fest die Daumen für den Bundesentscheid in Berlin.“
Video-Grußbotschaft von Kultusministerin Anna Stolz
Bei „Junior.ING“ handelt es sich um einen zweistufigen Schülerwettbewerb, welcher von den Ingenieurekammern der Bundesländer durchgeführt wird und von der Kultusministerkonferenz empfohlen ist. Ziel des Wettbewerbs ist es, Kinder und Jugendliche zu motivieren, ihr Ingenieurtalent praktisch zu erproben.
Der Wettbewerb ist in zwei Alterskategorien (bis 8. Klasse und ab 9. Klasse) gegliedert und findet in Bayern zum siebten Mal statt. Die Landessieger der beiden Altersgruppen fahren am 19. Juni 2026 zum Bundesentscheid nach Berlin und kämpfen dort darum, den Gesamtsieg nach Bayern zu holen.
Dieses Jahr wurden in Bayern 103 Modelle in der Altersgruppe bis 8. Klasse eingereicht. In der Altersgruppe ab 9. Klasse wurden 52 Arenen gebaut. Im bayerischen Wettbewerb werden außerdem Sonderpreise für das beste Grundschulmodell, das interessanteste Tragwerk und - neu - für das originellste Modell vergeben.
Sieger in der Alterskategorie I (bis 8. Klasse)
Sieger in der Alterskategorie II (ab 9. Klasse)
Sonderpreis Grundschule (Vorstand der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau)
Sonderpreis Interessantestes Tragwerk (Hochschule München)
Sonderpreis Originellstes Modell (LGA Landesgewerbeanstalt Bayern)
Emma und Elina
4. Klasse, Grund- und Mittelschule Fürstenzell
Jurybegründung
Die Grundschülerinnen Emma und Elina nahmen erstmals am Wettbewerb Junior.ING teil und errangen mit ihrem an ein Zirkuszelt angelehnten Modell auf Anhieb den ersten Platz. Ihr Modell überzeugt durch eine einheitliche, durchdachte Gestaltung und das sehr klare, strukturierte Speichenradtragwerk. Ein Ingenieurverstand ist klar erkennbar.
Das geschlossene Dach schützt vor der Witterung; durch die Schürze an der Tribüne ist ein zusätzlicher Windschutz gegeben. Durch die Verwendung von Butterbrotpapier für das Dach ist dieses transluzent gestaltet und die Gäste der Jägerwirth Arena haben ausreichend Tageslicht.
Fun Fact:
Ein beachtlicher Erfolg gelingt den Freundinnen Emma und Elina aus Fürstenzell: Sie setzen sich im Schülerwettbewerb Junior.ING gegen deutlich ältere Kinder durch und gewinnen als Grundschülerinnen den ersten Platz in der Alterskategorie I – bis 8. Klasse. Damit lösen die beiden Mädels auch das Ticket nach Berlin, wo sie im Juni im Bundesfinale des Wettbewerbs gegen die Sieger aus den anderen Bundesländern antreten.
Diese Meisterleistung gelang im Wettbewerbsjahr 2019/2020 bereits Felix aus der Oberpfalz, der damals - ebenfalls als Viertklässler - die Konkurrenz hinter sich ließ. Nun ziehen Emma und Elina auf Landesebene mit ihm gleich – auf ihr Ergebnis in Berlin darf man gespannt sein.
Jaron
6. Klasse, Armin-Knab-Gymnasium Kitzingen
Jurybegründung
Die Yin Yang Arena hebt sich sowohl optisch als auch hinsichtlich der verwendeten Materialien deutlich von den anderen eingereichten Modellen ab. Das Modell ist sehr kreativ und besticht durch seine Reduktion auf das Notwendige.
Die beiden gekreuzten Bögen
des Dachtragwerks steifen sich gegenseitig aus. Die geneigte Dachscheibe aus
gewebtem Material bietet Schutz vor Regen und Sonne. Die Jury lobte besonders
die sparsame Materialverwendung, die sehr saubere Verarbeitung und die
ansprechende schwarz-weiß-Optik. Ein rundum stimmiges Modell!
Fun Fact:
Ingenieurtalent liegt in vielen Fällen in der Familie - das zeigte auch der Schülerwettbewerb Junior.ING in der Vergangenheit bereits. Jarons älterer Bruder Janik gewann vor zwei Jahren mit einem Achterbahnmodell und vergangenes Jahr mit einem Turmmodell jeweils den dritten Platz in der Alterskategorie I. Jaron schafft nun sogar auf Anhieb Platz 2.
Jaron und Janik sind nicht das einzige erfolgreiche Brüderpaar bei Junior.ING. Aufgefallen ist auch schon das Talent von Sebastian und Maximilian aus Donauwörth, die im letzten bzw. vorletzten Jahr im AK I die Nase vorn hatten.
Lukas
8. Klasse, Riemenschneider Gymnasium Würzburg
Jurybegründung
Die Arena „Willow Park“ ist das geschlossenste unter den eingereichten Modellen. Es bietet optimalen Schutz vor Wind, Regen und Schnee und ist dennoch durchsichtig und leicht gebaut. Das Sonnensegel ist seitlich verschiebbar und kann sich somit flexibel an die Wetterbedingungen anpassen. Die hüllenartige Bauweise wirkt einladend und schützend zugleich.
Lukas hat ein organisches Modell mit gebogenen Tragelementen entwickelt. Die Rundbögen dienen der Stabilisierung; weitere Elemente sind zur Formgebung, aber nicht zum Lastabtrag eingebaut. Das Modell „Willow Park“ ist sehr sauber gebaut, wenngleich durch die Materialwahl eine leichte Imperfektion nicht zu vermeiden war. Insgesamt handelt es sich um ein rundes Modell im doppelten Wortsinne, das gut durchdacht ist und in der Umsetzung die Jury klar überzeugt hat.
Fun Fact:
Lukas stellte sein Können im konstruktiven
Bereich bereits mehrfach unter Beweis. Im Wettbewerbsjahr 2023/2024 stand er,
damals mit einem Achterbahnmodell, ebenfalls auf dem Siegertreppchen von
Junior.ING.
Carlotta und Theresia
1. Klasse, Grundschule an der Limes-Straße, München
Jurybegründung
Das Modell „Kids Club Dome“ von Carlotta und Theresia erinnert optisch an eine Strandmuschel und strahlt ein heimeliges Gefühl aus. Die Stäbe ihres Dachtragwerks haben die Mädchen über einer Bratpfanne gebogen - die Krümmung der Stäbe gibt der Konstruktion die notwendige Stabilität. Das Dach ist hell und transparent eingedeckt; das Bogentragwerk wird auf der Außenseite durch Zierstäbe stabilisiert.
Neben der stimmigen Bauweise haben die Erstklässlerinnen auch auf eine liebevolle Dekoration wert gelegt. Hervorzuheben sind u.a. die bunte Verzierung mit Klebepunkten, die den Weg in den Kids Club Dome weist, und die Diskokugel, die für beste Partyatmosphäre sorgt.
Fun Fact:
Letztes Jahr heimsten ihre älteren Geschwister
den Grundschul-Sonderpreis ein. Dieses Jahr werden die Erstklässlerinnen
Carlotta und Theresia mit dem Sonderpreis des Vorstandes der Bayerischen
Ingenieurekammer-Bau für das beste Grundschulmodell geehrt.
Burkhard, Franz, Lukas und Leopold
8. Klasse, Wirsberg-Gymnasium Würzburg
Jurybegründung
Das „Theatrum commune aureum Imperii“ stach sowohl optisch wie auch in seiner Bauweise deutlich aus den eingereichten Modellen hervor. Das Modell ist authentisch, sehr kreativ und rundum überzeugend. Die Flügel des Dachtragwerks lassen sich einklappen, um einen Schutz vor Regen oder zu starker Sonneneinstrahlung zu erreichen.
Die Jury war
sofort von der außergewöhnlichen Idee begeistert und entschied sich spontan,
einen neuen Sonderpreis - den Sonderpreis für das originellste Modell - zu
vergeben.
Fun Fact:
Das Modell der vier Würzburger Jungs entsprach leider nicht allen formellen Vorgaben des Wettbewerbs und wurde deshalb aus der regulären Wertung genommen. Es begeisterte aber alle Jurymitglieder so sehr, dass spontan ein neuer Sonderpreis geschaffen wurde.
Die Achtklässler erhalten damit als erstes Team
überhaupt den Sonderpreis für das originellste Modell im Schülerwettbewerb
Junior.ING der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.
Paul
9. Klasse, Gymnasium Donauwörth
Jurybegründung
Das Modell „Arena Z“ überzeugt durch sein interessantes Tragwerk, seine sehr saubere Verarbeitung und die Verwendung sehr leichter Baustoffe. Die gefaltete Dachstruktur ist ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal und macht den besonderen Charakter des Modells aus. Erbauer Paul hat sich erkennbar viele Gedanken zum Witterungsschutz gemacht und sehr gute Lösungen gefunden, um Wind, Regen, Schnee und Sonne von den Zuschauerrängen fernzuhalten.
Besonders hervorzuheben sind die hölzernen Stützen, die in ihrer Form einer Baumstruktur nachempfunden sind. Durch die unterschiedlichen Höhen des Daches ändert sich in jeder Ansicht die Anmutung des Modells, was einen zusätzlichen Reiz ausmacht. Die neben dem Modell angeordneten, Bäume simulierenden Äste harmonieren optimal mit der Optik der Holzstützen.
Als erstem Teilnehmer von Junior.ING Bayern ist es Paul gelungen, in beiden Alterskategorien den ersten Platz zu erringen. Vergangenes Jahr startete er als Achtklässler in der Alterskategorie I, dieses Jahr trat er als Neuntklässler in der Alterskategorie II an. Beide Male sicherte er sich sehr verdient den ersten Platz.
Jurybegründung der Hochschule München für den Sonderpreis für das interessanteste Tragwerk
Die Arena Z stellt aus tragwerksplanerischer Sicht ein gefaltetes Raumfachwerk dar. Es werden dreieckige Flächen aufgespannt, die jeweils gegeneinander wie ein Origami gefaltet sind. Die Knicke und Kehlen zwischen den Flächen werden durch Fachwerkstäbe gebildet, die jeweils in Knotenpunkten als Hoch- und Tiefpunkte zusammenlaufen.
Mit diesem Konzept ist es Paul gelungen, ein hoch effizientes Tragwerk für die Dachkonstruktion der Arena Z zu gestalten. Der Lastabtrag erfolgt über die Dachhaut mit eingebundenen Trägern einaxial spannend zu den Kehlbalken. In der räumlichen Struktur des Tragwerks werden die Kräfte dann vorwiegend über Normalkräfte in das Fundament abgetragen. Die Aussteifung erfolgt durch die räumliche Fachwerkstruktur des Haupttragwerks und wird unterstützt durch die Scheibenwirkung der Dachflächen. Durch die gefaltete Struktur ergibt sich hierbei für das nach innen auskragende Dach des Stadions eine sehr große statische Höhe im Rahmeneck, wodurch die Kräfte in den Stäben des Tragwerks gering bleiben.
Insgesamt ein sehr gelungener Entwurf, der zudem neben seiner tragwerksplanerischen Exzellenz auch bei der Verarbeitung und optischen Gestaltung besticht. Wir gratulieren Paul zu dieser hervorragenden Arbeit, die wir gerne mit dem Preis der Hochschule München für das interessanteste Tragwerk würdigen möchten.
Fun Fact:
Im vergangenen Jahr gewann Paul aus Donauwörth den 1. Platz in der Alterskategorie I. Dieses Jahr musste er, da er inzwischen Neuntklässler ist, sich der Wertung in der Alterskategorie II stellen. Doch Paul ließ souverän auch Abiturient:innen hinter sich und gewinnt erneut Gold. Damit löst Paul wieder das Ticket nach Berlin und darf im Juni im Bundesfinale in Berlin gegen die Erstplatzierten im Wettbewerb aus den anderen Bundesländern antreten.
Im vierten Jahr in Folge geht ein 1. Platz im Wettbewerb Junior.ING an das Gymnasium Donauwörth. Erstmalig ist es der 1. Platz in der Alterskategorie II.
Isabella
12. Klasse, Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach
Jurybegründung
Für ihr Modell „Libella Arc“ entschied sich Isabella für eine minimalistische, puristische und schützende Tragstruktur. Um das Modell besonders klar zur Geltung zu bringen, wurde die Tribüne nur mit einer filigranen Drahtstruktur angedeutet.
Besonders hervorzuheben ist die helle, transparente Eindeckung des
Daches. Dafür verwendete Isabella Zellstoff (Papiertaschentücher) - ein Material, das
bisher im Wettbewerb Junior.ING noch nicht zum Einsatz kam.
Fun Fact:
Im Vorjahr belegte ein Modell eines Zwölftklässlers den 3. Platz in der Alterskategorie II, in das sein Erbauer nur 5 Stunden Bauzeit investierte. Isabella legte eine Stunde Arbeitszeit drauf und sichert sich damit den 2. Platz im AK II im aktuellen Wettbewerbsjahr.
Ihr
Modell „Libella Arc“ hat Isabella mit einem Papiertaschentuch überspannt - diese Materialwahl gab es unter allen eingereichten Modellen nur einmal.
Finn
10. Klasse, Staatliche Realschule Berching
Jurybegründung
Klar erkennbar und gut herausgearbeitet ist die Tragstruktur des Modells „Hab no koan Nama“. Die beiden gegenläufigen, geneigten Doppelbögen stabilisieren sich gegenseitig und bilden das tragwerkplanerische Grundgerüst der Arena. Drei weitere Bögen halten ein elegantes Dach aus Stoff. Die Dachkonstruktion hat die Anmutung eines Zirkuszeltes. Während bei den meisten anderen Modellen das Dach von unten gestützt wird, hat Finn sein Stoffdach mit Fäden nach oben gezogen und mit den Holzbögen verbunden. Das Modell ist optimal vor allen Witterungseinflüssen geschützt, was auch Teil der Aufgabenstellung war.
Insgesamt handelt es sich um ein liebevoll, detailreich gestaltetes Modell, das sehr sauber gearbeitet wurde. Ein weiteres Highlight ist der deutlich abgegrenzte Backstagebereich.
Fun Fact:
Mit Finn aus Berching hat es erstmals ein
Realschüler auf die Medaillenränge im Wettbewerb Junior.ING geschafft.
Im Foto von links nach rechts:
Nicht im Bild:
Die Sieger der beiden Alterskategorien aus den 15 Landeswettbewerben sind für den Bundeswettbewerb qualifiziert. Die Bundespreisverleihung findet am 19. Juni 2026 im Deutschen Technikmuseum in Berlin statt. Für den Bundespreis werden je Alterskategorie folgende Preise vergeben:
Sonderpreis
Innerhalb des Bundeswettbewerbs vergibt die Deutsche Bahn zusätzlich einen Sonderpreis besonders innovatives Projekt.
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Kultusministerin Anna Stolz - Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
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