10.03.2026 - München
Bayern steckt in einer akuten Wohnungsbaukrise: Die Zahl der Neubauten bleibt weit hinter den Anforderungen zurück, während steigende Baukosten und die schwierige Finanzierungslage den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum erschweren. Ein breites Bündnis aus der Bau- und Immobilienbranche, darunter auch die Bayerische Ingenieurekammer-Bau, fordert mit einem Positionspapier, das am 10. März 2026 an den Bayerischen Bauminister Christian Bernreiter übergeben wurde, entschlossene Maßnahmen zur Verbesserung der Situation.
Die Wohnungsbaukrise in Bayern verschärft sich. Benötigt würden jährlich rund 70.000 neue Wohnungen, tatsächlich wird seit Jahren deutlich weniger gebaut. Steigende Baukosten bremsen Investitionen, Familien können sich Eigentum kaum leisten und besonders Haushalte mit unteren und mittleren Einkommen finden immer schwerer bezahlbaren Wohnraum.
Ein breites Bündnis aus Verbänden der Bau- und Immobilienwirtschaft, Rohstoff- und Baustoffverbänden, dem Deutschen Mieterbund und der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau fordert deshalb entschlossenes politisches Handeln. Die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau Bayern“ hat ein gemeinsames Positionspapier erarbeitet, das am 10. März an den Bayerischen Bauminister Christian Bernreiter übergeben wurde.
Dr. Bernhard Kling, Geschäftsführer des Bayerischen Industrieverbandes Baustoffe, Steine und Erden e.V. (BIV) und Organisator des Bündnisses in Bayern: „Ziel ist es, schneller zu bauen, Kosten zu senken und mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“
Zentral ist der Gebäudetyp E, der einfacheres und kostengünstigeres Bauen ermöglicht - etwa durch effizientere Planung, angepasste Komfortstandards oder realistisch dimensionierte Gebäudetechnik. Praxisbeispiele zeigen, dass dies ohne Abstriche bei Sicherheit und Gesundheit möglich ist.
Damit solche Bauweisen umgesetzt werden können, braucht es klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Die von der Bundesregierung vorgelegten Eckpunkte für den Gebäudetyp E müssen daher rasch umgesetzt werden, damit kostengünstigere Standards rechtssicher vereinbart werden können.
Zugleich fordert das Bündnis, staatliche Förderung gezielt an kostengünstige Baukonzepte zu knüpfen und an bezahlbare Mieten zu binden, um mehr Wohnraum im preisgünstigen Segment zu schaffen und Mitnahmeeffekte zu vermeiden.
Quelle und Grafiken: Aktion "Impulse für den Wohnungsbau Bayern", Titelfoto: Winszczyk / StMB
Bauminister Christian Bernreiter hat sich mit zahlreichen Verbandsspitzen aus Baubranche, Planungsberufen und Mieterbund über Möglichkeiten für einfaches und kostengünstiges Bauen ausgetauscht. Ein aktuelles Positionspapier der Verbände bekräftigt die Linie des Freistaats zur Vereinfachung von Baustandards und zur Mobilisierung von privaten Bauherren und Investoren.
„Wir bleiben in Bayern nicht in der Theorie, wir setzen um! Bayernweit laufen seit zwei Jahren 19 Pilotprojekte zum Gebäudetyp-e. Unser Ziel ist es, überzogene Baustandards zu reduzieren und Kosten zu senken. Viele Erkenntnisse sind bereits in regulatorische Erleichterungen eingeflossen. Beim Bund setzen wir uns jetzt aktiv für Regelungen ein, die Rechtssicherheit für alle Vertragspartner beim Gebäudetyp-e schaffen. Auch in unserer Wohnraumförderung verlangen wir nur die Mindeststandards und unterstützen im Freistaat einfaches Bauen. Im Doppelhaushalt 2026/27 ist für die Wohnraumförderung die Rekordsumme von 3,6 Milliarden Euro vorgesehen“, sagt Bauminister Christian Bernreiter.
„Wir sind uns aber auch einig, dass der frei finanzierte Wohnungsbau stärker durch den Bund angeschoben werden muss! Die private Bauwirtschaft muss wieder anspringen und dafür brauchen wir unter anderem mehr steuerliche Anreize für Bauherren", so Bernreiter weiter.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr. Foto: Winszczyk / StMB
16.09.2026 | 09:30 - 15:45 Uhr | München
Der Gebäudetyp-e stellt besondere Anforderungen an Planung, Tragwerksplanung und Statik. In diesem Seminar erhalten Sie einen praxisnahen Einblick in die spezifischen Herausforderungen und Lösungsansätze, die beim Gebäudetyp E relevant sind. Erfahrene Expert:innen aus Forschung und Praxis vermitteln die Grundlagen, zeigen aktuelle Standards auf und stellen konkrete Praxisbeispiele vor. Ergänzend erhalten Sie Einblicke in Aspekte der Gebrauchstauglichkeit, die Umsetzung der Tragwerksplanung anhand realer Projekte sowie Informationen zum Hamburg-Standard und dem rechtlichen Rahmen.
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