23.01.2026 - Wiesbaden
Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im November 2025 gegenüber Oktober 2025 kalender- und saisonbereinigt um 8,5 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nahm der Auftragseingang im November 2025 im Vormonatsvergleich im Hochbau um 7,2 % und im Tiefbau um 10,1 % zu. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang von September 2025 bis November 2025 um 3,8 % höher als in den drei Monaten zuvor (Hochbau: +5,1 %; Tiefbau: +2,6 %).
Im Vergleich zum Vorjahresmonat November 2024 stieg der reale, kalenderbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im November 2025 um 4,1 %.
Im Hochbau nahm der Auftragseingang um 9,5 % zu und im Tiefbau um 0,4 % ab. Der nominale (nicht preisbereinigte) Auftragseingang lag 5,9 % über dem Vorjahresniveau.
Der reale Umsatz im Bauhauptgewerbe war im November 2025 um 4,3 % höher als im Vorjahresmonat. Der nominale Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 6,8 % auf 12,3 Milliarden Euro.
In den ersten elf Monaten 2025 stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum real um 2,1 %, nominal um 4,6 %.
Die Zahl der im Bauhauptgewerbe tätigen Personen nahm im November 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 % zu.
Quelle und Grafik: Statistisches Bundesamt (Destatis)
Die Auftragsentwicklung im Wohnungsbau hat sich im Jahresverlauf 2025 spürbar stabilisiert. Auch im November zeigt sich mit einem Plus von ca. 12 Prozent eine positive Entwicklung. Gleichwohl ist zu berücksichtigen, dass das Ausgangsniveau sehr niedrig war: Preisbereinigt liegt das Auftragsvolumen im Wohnungsbau bis November 2025 noch immer um 16 Prozent unter dem Vergleichszeitraum des Jahres 2022.
Vor diesem Hintergrund bleibt es entscheidend, die investiven Rahmenbedingungen zu stabilisieren. Der Bau-Turbo in Verbindung mit der EH 55-Förderung setzt hierfür die richtigen Impulse. Die EH-55 -Förderung muss auch für Neubauvorhaben verlässlich verstetigt werden. Die degressive AfA sollte an den EH-55-Standard angepasst werden und nicht länger am EH-40– Standard ausgerichtet sein. Insbesondere der Mietwohnungsbau würde hiervon deutlich profitieren“, kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), die vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Konjunkturdaten zum Bauhauptgewerbe für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten.
Straßenbau bleibt unter Vorjahresniveau – Auftragspipeline muss schneller gefüllt werden
„Ein gegenteiliger Trend setzt sich leider im Straßenbau fort: Die Auftragseingänge im Straßenbau bleiben auch im November 2025 schwach ausgeprägt; (+2,5 Prozent). Kumuliert fehlen uns bis zum November nominal 4 Prozent des Auftragsvolumens gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sollen die Straßenbauer ihre Kapazitäten hochfahren, um die im Sondervermögen zusätzlich bereit gestellten Mittel auch auf die Straße zu bringen. Dieser Widerspruch muss schnellstmöglich aufgelöst werden. Es müssen hier mehr Aufträge aus den Kommunen, den Ländern und der Autobahn GmbH in die Pipeline kommen“, so Pakleppa weiter.
Im Bauhauptgewerbe insgesamt lagen die Auftragseingänge im November 2025 nominal rund 6 Prozent über dem Vorjahresmonat. Der Hochbau stützte die Entwicklung mit einem Plus von rund 12 Prozent, während der Tiefbau nur gut das Vorjahresniveau hält; (+1,3 Prozent).
Umsatz bleibt robust
Der Umsatz entwickelt sich bis November robust: Von Januar bis November 2025 haben die Unternehmen im Bauhauptgewerbe mit 20 und mehr Beschäftigten ca. 108 Mrd. Euro umgesetzt, knapp 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Preisbereinigt entspricht dies einem realen Zuwachs von ca. 2 Prozent.
Jetzt Bremsen lösen und Investitionssicherheit schaffen
Pakleppa macht abschließend deutlich, dass es nun vor allem darauf ankommt, Investitionssicherheit zu schaffen: „Die Zahlen machen Mut, sind aber kein Selbstläufer. Damit sich die Stabilisierung verstetigt, brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und konjunkturelle Impulse. Bund und Länder müssen die Kommunen als wichtigsten öffentlichen Auftraggeber mit genügend Investitionsmitteln, auch aus dem Sondervermögen, ausstatten. Positive Entwicklungen wie beim Wohnungsbau dürfen nicht durch eine überstürzte Debatte zum Gebäudemodernisierungsgesetz ausgebremst werden. Nach wie vor gilt: Bauen statt Bremsen.
Quelle: Zentralverband Deutsches Baugewerbe
„Wir haben Anfang der Woche einen positiven Ausblick für 2026 gegeben: wir erwarten ein Umsatzplus im Bauhauptgewerbe von real 2,5 Prozent. Dies ist ein Lichtblick nach langer Talfahrt. Vorher müssen wir aber noch einmal in den Rückspiegel blicken. Die partielle Besserung der Baukonjunktur in 2025 hat sich auch im November fortgesetzt – die Bauunternehmer melden einen realen Order- und Umsatzanstieg. Bei den Aufträgen profitiert die Branche von diversen Großprojekten, die auch dem Öffentlichen Bau zu einem Auftragsplus verholfen haben.“ Mit diesen Worten kommentiert der Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Konjunkturindikatoren für den Bau.
Allerdings hätte sich beim Auftragseingang die regional sehr unterschiedliche Entwicklung fortgesetzt, mit teilweise zweistelligen Minus- und Plusraten in den Bundesländern. Insgesamt werde für das Bauhauptgewerbe1 für den November im Vorjahresvergleich ein reales2 Auftragsplus von 4,1 Prozent gemeldet, im Vormonatsvergleich3 sogar von 8,5 Prozent.
Für den gesamten Zeitraum von Januar bis November ergebe sich im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ein reales2 Plus von 7,2 Prozent. Hiervon sei allerdings nach wie vor der Straßenbau ausgenommen, der in den ersten elf Monaten noch mit real minus 7,7 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau liege.
Müller: „Auch für November können wir noch keine Entwarnung geben. Für den Straßenbau wird immer noch ein Orderminus von real 0,9 Prozent ausgewiesen. Dafür, dass der Ausschreibungsstopp bei der Autobahn GmbH Ende Juli des vergangenen Jahres aufgehoben wurde, dauert es aber ziemlich lang, bis die Aufträge kommen. Aus diesem Grund sind wir bei unserer Umsatzprognose im Öffentlichen Bau für 2026 mit real 1,5 Prozent auch sehr vorsichtig.“
Getragen werde diese Bausparte derzeit nur vom Hochbau und Sonstigem Tiefbau, in letzterem wird auch der Bau von Brücken erfasst. Aufgrund der politischen Signale der vergangenen Wochen hoffe Müller jedoch, dass sich der Investitionsabfluss zum Ende 2025 verstetige und künftig wieder positivere Botschaften vermeldet werden können.
Der baugewerbliche Umsatz im gesamten Bauhauptgewerbe1 hat im November (im Vergleich zum Vorjahresmonat) um real 4,3 Prozent zugelegt. Für die ersten elf Monate wird damit ein Anstieg von real 2,1 Prozent ausgewiesen.
Müller: „Für den Straßenbau, aber auch für den Wohnungsbau war 2025 allerdings ein verlorenes Jahr.“ Nach wie vor meldet das Statistische Bundesamt für beide Bausparten einen realen Rückgang (-2,9 bzw. -3,5 Prozent). „Angesichts der desolaten Infrastruktur und des Mangels an Wohnraum eine fatale Entwicklung. Der Turnaround muss kommen.“
Quelle und Grafik: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie HDB | Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis). 1 Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten | 2kalenderbereinigt | 3 saison-, kalender- und preisbereinigt |
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