25. Bayerischer Ingenieuretag

20. Januar 2017, ab 10.30 Uhr
ICM, Neue Messe München, Saal 13

Grußwort Prof. Dr.-Ing. Norbert Gebbeken
Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau


[es gilt das gesprochene Wort]


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserem 25. Bayerischen Ingenieuretag.
Eine Jubiläumsfeier.
Unser Programm folgt heute einer minutiös ausgearbeiteten strengen Regie.
Ich möchte mich deshalb bei der Begrüßung ganz kurz fassen und muss daher auf die namentliche Nennung weitgehend verzichten. Dafür bitte ich um Ihr Verständnis. In der Gästeliste werden alle genannt, die sich angemeldet haben.

Stellvertretend für alle anwesenden Politikerinnen und Politiker aus den Regierungen, Städten und Gemeinden begrüße ich die Abgeordneten des bayerischen Landtages

Stellvertretend für die Ämter und Organisationen des Staates begrüße ich

Stellvertretend für unsere ausländischen Gäste begrüße ich Konsul Erik Hunt vom Generalkonsulat der USA.

Für die Kammern aus dem In- und Ausland begrüße ich Črtomir Remec, den Präsidenten des European Council of Engineers Chambers, also des Dachverbandes der europäischen Ingenieurkammern.

Ich begrüße weiterhin

Ich freue mich ganz besonders, heute auch eine Vorgängerin und einen Vorgänger im Amt des Präsidenten persönlich begrüßen zu dürfen: Heidi Aschl und Dr. Heinrich Schroeter.
Herzlich willkommen!

Was erwartet uns heute?

Was sind die globalen Veränderungen und Herausforderungen? Welchen Einfluss haben sie auf die technologische, ökonomische, ökologische und soziale Entwicklung unserer Gesellschaft?
Im Rahmen der Infrastruktur- und Stadtentwicklung zum Beispiel erleben wir bereits tiefgreifende Auswirkungen auf Menschen und Technik durch die Digitalisierung und die damit verbundene Vernetzung neuer Kommunikationsformen und Geschäftsprozesse, wie Building Information Modeling. Smart Technologies und Smart Homes. Wer von uns hat bereits Smart Entertainment zu Hause? Einige von uns erinnern sich. Als der Fernseher die Wohnzimmer eroberte, sagte Oma: Setz dich anständig hin. Was soll die Dame im Fernseher denn von dir denken? Oma hätte heute recht. Mit smart Entertainment kann derjenige hinter dem Smart System mithören und mitsehen. Gerne übersehen wir das, wenn es um Sicherheit und um den Umgang mit Ängsten geht. Gauner können uns im Wohnzimmer besuchen, ohne dass wir es merken. 

Neben den großen globalen Herausforderungen hat die Bundesregierung Zukunftsaufgaben von nationalem Rang identifiziert. Das sind u.a.:

Angesichts dieser Zukunftsaufgaben stellt sich für uns Ingenieure, die ja maßgeblich Zukunft gestalten, auch die Frage, ob das technisch Machbare auch ethisch-moralisch vertretbar und sinnvoll ist. Und deswegen müssen wir uns stärker gesellschaftlich einbringen.

In Zeiten des Strukturwandels müssen wir die Ängste vor Unbekanntem ernst nehmen und sie analysieren, aber auch die Chancen aufzeigen und die Herausforderungen annehmen. Wir Ingenieure sind professionelle Problemlöser. Wir entwickeln Lösungen und setzen sie um, wenn es gewünscht wird.

Mit all dem, was wir planen und bauen, gestalten wir die Lebenswelt der Menschen. Viel stärker als viele Menschen es wahrnehmen. Deswegen gehört es auch zu unseren Aufgaben, dass wir unser Tun verständlich und bürgernah kommunizieren.

Zur öffentlichen Wahrnehmung gehört aber eben auch, dass wir uns gesellschaftspolitisch zu Wort melden. Dazu gehört Kommunikation. Aber was ist das heute eigentlich? Was bedeutet Cross-Media? Damit müssen wir uns auch beschäftigen. Auch in der Ausbildung der jungen Ingenieure. An der Universität der Bundeswehr müssen Technikstudierende verpflichtend geisteswissenschaftliche Anteile belegen. Sie tun das nicht immer gerne. Aber profitieren tun sie immer davon. Manchmal merkt man das erst später.

Gerade unsere Zusammenarbeit mit der Akademie für Politische Bildung in Tutzing zeigt uns, wie wichtig es ist, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und sich mit anderen Fachdisziplinen und mit Bürgerinnen und Bürgern auszutauschen. So wie wir es gerade wieder am 09. Januar mit unserer Podiumsdiskussion über den Umgang mit der Angst in Zeiten des Terrorismus getan haben. Kurz nach Neujahr. Nicht in München. Schlechtes Wetter. Aber 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wieder eine tolle Veranstaltung.

Nun ist die Elbphilharmonie eröffnet. Das Eröffnungskonzert übertragen in die Welt. Der Chor des Bayerischen Rundfunks singt in Hamburg die Ode an die Freude. Diese ist überschwänglich. Alle Sorgen vergessen?! Lessons learned? Wir alle müssen endlich wirklich realisieren, dass Bauen ein sehr komplizierter, risikobehafteter Prozess ist. Das Risiko muss offen und transparent berechnet und kommuniziert werden. Auch wenn es manchmal unbequem ist. Aber dann können wir am Bau vertrauensvoll und partnerschaftlich miteinander umgehen.

Partnerschaftliches Bauen – das ist für mich kein leeres Schlagwort.
Partnerschaftliches Bauen – das ist für mich eine der wichtigsten Aufgaben – und eines der wichtigsten Ziele für die Zukunft.

Technologische Entwicklung, Digitalisierung, Roboter, autonome Systeme. Eines dürfen wir nicht vergessen. Die Technik ist für den Menschen da, und nicht umgekehrt. Zumindest heute noch.
Genau da liegt meines Erachtens unsere Verantwortung, auch als Ingenieure im Bauwesen.
Es ist unsere Aufgabe, die Zukunft lebenswert zu gestalten. Im Einklang mit der Natur und im Einklang mit den menschlichen Bedürfnissen.
Dem stellen wir uns.
Vielen Dank!

 

 

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