Staatsempfang anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

Freitag, 3. Juli 2015, ab 18.00 Uhr
Residenz München, Max-Joseph-Saal

Grußwort Dr.-Ing. Heinrich Schroeter
Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau


[es gilt das gesprochene Wort]


Sehr geehrter Herr Staatsminister Herrmann,
sehr geehrter Herr Kammeyer, 
sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, dass Sie alle heute gekommen sind, um mit uns 25 Jahre Bayerische Ingenieurekammer-Bau zu feiern. Am 1. Juli 1990 trat das Kammergesetz in Kraft – das war die Geburtsstunde der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

Ich danke Ihnen, Herr Staatsminister Herrmann, ganz herzlich, dass Sie anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Kammer heute zu einem Staatsempfang eingeladen haben. Das ist eine große Ehre für uns. Ich sehe es als ein Zeichen für unsere außerordentlich gute gegenseitige Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren – und natürlich auch als Ausdruck des Vertrauens in die Zukunft und vor allem als große Wertschätzung unserer Kammer.

Wir sind dankbar, bei Ihnen immer ein offenes Ohr zu finden. Sie sind regelmäßig Gast bei unserem Ingenieuretag, dem wichtigsten Branchentreffen der bayerischen Ingenieure. Es zeigt, dass Ihnen unsere Kammer am Herzen liegt.

Besonders hervorheben möchte ich auch die gute Zusammenarbeit zwischen der Bayerischen Staatsbauverwaltung und unserer Kammer. Gerade zur Obersten Baubehörde pflegen wir von jeher ein sehr gutes Verhältnis. Wenn es um die zentralen Belange des Berufsstandes geht, nimmt man sich dort Zeit für uns und unsere Argumente.

Bis vor einem guten Jahr hat Josef Poxleitner die OBB geführt. Leider kann er heute nicht hier sein. Er hat mich gebeten, Ihnen allen seine herzlichen Grüße auszurichten. Er fühlt sich, wie immer, der Kammer eng verbunden. Die Bedeutung der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau war Herrn Poxleitner stets bewusst. Er hat selbst maßgeblich am Aufbau der Kammer mitgewirkt. Er gehörte dem Gründungsausschuss an und wurde im November 1991 zum Vizepräsidenten der Kammer gewählt. Im Jahr 2003 wurde er dann zum Leiter der Obersten Baubehörde berufen.

Im letzten Jahr wurde Herr Poxleitner in den Ruhestand verabschiedet. Und sein Amt übernommen hat mit Helmut Schütz ebenfalls ein ehemaliger Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Wir alle haben uns sehr darüber gefreut und wünschen Ihnen, Herr Schütz, für die kommenden Jahre alles Gute und viel Erfolg bei den Entscheidungen, die es zu treffen gilt.

Herzlich begrüßen möchte ich die Mitglieder des Konsularischen Corps und die Vertreter der ausländischen Ingenieurkammern, die heute aus vielen Ländern Europas zu uns gekommen sind. Über diese gute Nachbarschaft im vereinten Europa bin ich sehr glücklich.

Einen Willkommensgruß auch den vielen Vertretern aus den Ämtern, den Hochschulen, den Baufirmen, den Kammern und Berufsverbänden. Dass Sie so zahlreich zu unserem Jubiläum gekommen sind, zeigt, dass die große Kammer lebendig ist.

Lassen Sie mich noch ein paar Worte über die vergangenen 25 Jahre verlieren:
Bis zur Gründung der Kammer war es ein langer Weg. Im Sommer 1970 wurde unsere Schwesterkammer, die Bayerische Architektenkammer, gegründet, deren Präsident heute unser willkommener Gast ist. Damals gab es auch schon Überlegungen, die am Bau tätigen Ingenieure ebenfalls in einer Kammer zu organisieren.

Ab 1972 erarbeitete dann der Arbeitskreis Bayerische Ingenieurekammer-Bau ein Konzept, wie eine solche Kammer aufgestellt sein könnte und welche Aufgaben sie übernehmen sollte. Doch es vergingen noch viele Jahre, bis die Vision einer Bayerischen Ingenieurekammer-Bau tatsächlich Realität wurde.

Am 7. Juli 1989 brachten Alois Glück, Karl Kling und andere Abgeordnete der CSU einen Gesetzentwurf über den Schutz der Berufsbezeichnung „Beratender Ingenieur“ und über die Errichtung einer Bayerischen Ingenieurkammer-Bau in den Bayerischen Landtag ein. Federführend bei diesem Gesetzentwurf war der Abgeordnete Karl Kling. Er war eine Schlüsselfigur bei der Gründung der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Als erfahrenem Ingenieur war ihm stets bewusst, wie wichtig die Gründung einer Kammer für den Berufsstand, aber auch für die Gesellschaft im Allgemeinen ist. Und es war ihm ein großes Anliegen, dass diese Kammer eine große Kammer wird – eine Kammer, die alle am Bau tätigen Ingenieure vertritt.

Als Landtagsabgeordneter wusste Karl Kling um die politischen Abläufe, die es in Gang zu setzen galt. Und so fand nach langen Jahren der Vorarbeit der Wunsch der bayerischen Ingenieure nach einer eigenen Kammer endlich Gehör. Vielleicht hat auch der sagenhafte Herrenzirkel mit viel Bier beim damaligen Ministerpräsidenten dank der Standfestigkeit von Karl Kling Wesentliches zur Überwindung der Widerstände beigetragen.

Ich darf mich im Namen unserer Kammer ganz herzlich bei allen Gründungsvätern bedanken. Die Mitglieder des Arbeitskreises Bayerische Ingenieurekammer-Bau haben hervorragende Vorarbeit geleistet.

Danken möchte ich besonders  Prof. Günter Scholz, dem Präsidenten des Gründungsausschusses. Er führte ab 1970 den Landesverband Bayern des VBI und rief in dieser Funktion den Arbeitskreis ins Leben. Seine wesentliche Vorarbeit bereitete der Kammer den Weg. Leider ist Prof. Scholz schon am 2. November 1991 verstorben, wenige Monate nach Gründung der Kammer. Er konnte also nicht mehr miterleben, wie die Kammer groß wurde. Aber dass die Kammer groß wurde, das ist ganz maßgeblich seinem Einsatz zu verdanken.
Und so wurde in der ersten Vertreterversammlung Karl Kling zum Präsidenten gewählt.

Nach Prof. Scholz und Prof. Kling übernahm 2003 Heidi Aschl das Präsidentenamt. Damit wurde die Bayerische Ingenieurekammer-Bau als erste Ingenieurkammer in ganz Deutschland von einer Frau geführt.
Heidi Aschl wuchs gewissermaßen in den Ingenieurberuf und die Kammer hinein. Ihr Vater, Alois Aschl, ist einer der verdienten Gründungsväter der Kammer. Bevor Heidi Aschl zur Präsidentin gewählt wurde, hatte Professor Kling die Kammer 12 Jahren lang geführt. Nach einer solchen Zeitspanne gerade in der prägenden Gründungsphase ist es gewiss nicht einfach, die Nachfolge zu übernehmen. Aber Ihnen, Frau Aschl, ist es gelungen und ich danke Ihnen sehr für Ihren Einsatz und Ihre engagierte Arbeit an der Spitze der Kammer.

Sie werden verstehen, dass ich an dieser Stelle nicht allen namentlich danken kann, die sich um die Kammer verdient gemacht haben. Dafür sind es einfach zu viele. Aber mein herzlicher Dank gilt allen, die ihren Teil dazu beigetragen haben, die Kammer zu dem zu machen, was sie heute ist: eine einflussreiche, stetig wachsende Berufsvertretung, die Verantwortung trägt für alle Ingenieure im Bauwesen und für die Gesellschaft.

Als berufsständische Vertretung ist es zentrale Aufgabe der Kammer, die Belange des Berufsstandes selbst zu regeln. Seit ihrer Gründung besteht die Kammer aus Beratenden Ingenieuren als Pflichtmitgliedern und aus freiwilligen Mitgliedern. Und auch wenn es Unterschiede geben mag, je nachdem, ob man selbstständig ist, angestellt oder verbeamtet – das Gemeinsame ist viel größer: wir alle sind Ingenieurinnen und Ingenieure  und dienen mit unserer Arbeit dem Wohl der Gesellschaft. Ohne uns gibt es keine funktionierende Infrastruktur, kein modernes Leben, keine Energiewende.

Um die Aufgabe zur Selbstregelung des Berufsstands ideal ausüben zu können, sollte es obligatorisch sein, dass jeder bayerische Ingenieur, der Verantwortung nach den Regeln der Bayerischen Bauordnung übernimmt, auch automatisch Mitglied der Kammer ist. Das wäre ein Gewinn für alle. So könnte die Kammer ihre Aufgaben am besten erfüllen und die Politik entlasten. Es hat sich herumgesprochen, dass unsere Kammer zwar wichtige Verwaltungsaufgaben wahrnimmt, aber auch eine Mitmachkammer ist. Wer gute Ideen hat, ist herzlich zur Mitarbeit in unserer Kammer eingeladen. Dazu haben wir viele Arbeitskreise zu fast allen Themen, die Mitglieder vorgeschlagen haben.

Ich blicke daher voller Optimismus in die Zukunft.

Wir haben 25 ereignisreiche Jahre hinter uns, die nicht wenige der heute Anwesenden komplett miterlebt und mitgestaltet haben. Wer ganz genau wissen will, was sich in diesen 25 Jahren getan hat, dem kann ich nur empfehlen, unsere Kammer-Chronik zu lesen.

Diese Chronik hat die bekannte Historikerin Dr. Cornelia Oelwein anlässlich unseres Jubiläums erstellt.
Wer sich für die Chronik interessiert kann sich an unsere Mitarbeiterinnen am Stand vor dem Saal wenden. Wir haben auch einige Ansichtsexemplare mitgebracht, so dass Sie ein wenig blättern können.

In der Chronik können Sie alles Wissenswerte über die vergangen 25 Jahre nachlesen. Was die nächsten 25 Jahre bringen werden, das wissen wir noch nicht. Aber ich weiß, dass alle, die aktiv auf den Feldern der Kammer mitwirken, noch lange nicht genug haben und mit Enthusiasmus daran arbeiten, die Bayerische Ingenieurekammer-Bau weiter voranzubringen. Darauf freue ich mich. Und ich bin überzeugt: wir haben noch eine große Zukunft vor uns.

Vielen Dank!

 

 

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