iForum Brandschutz

Donnerstag, 3. Juli 2014, 13.00 Uhr
Technische Universität München, Raum 2770, Arcisstraße 21, 80333 München

Grußwort Dipl.-Ing. Univ. Michael Kordon
1. Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

[Es gilt das gesprochene Wort]

Sehr geehrter Herr Schwab,
sehr geehrter Herr Buchner,
sehr geehrte Damen und Herren,

auch im Namen der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau darf ich Sie heute recht herzlich zum iForum Brandschutz begrüßen.

Der Brandschutz ist ein Thema, das uns Ingenieure und auch die Kollegen Architekten rege beschäftigt. In den vergangenen Jahren hat der Brandschutz stark an Bedeutung gewonnen. Bauherren sind – zum Glück – zunehmend für das Thema sensibilisiert. Wie kaum ein anderer Berufsstand stehen wir, liebe Kolleginnen und Kollegen, für Sicherheit und Verantwortung im gesamten Bauwesen. Bei der Planung wägen wir sorgfältig alle Faktoren des Bauvorhabens ab, um die beste Lösung zu finden.

Ziel ist es beim Thema Brandschutz immer, ob es sich um eine Diskothek, ein Fabrikgebäude oder einen Straßentunnel handelt:
Die oberste Priorität hat dabei natürlich stets der Schutz von Leib und Leben. Aber auch der Erhalt unserer Bauwerke ist ein wichtiges Schutzziel. Bestmögliche Sicherheit zum kleinstmöglichen Preis, das ist die Erwartungshaltung der Auftraggeber an uns.

Um diesem Anspruch zu genügen, bedarf es einer großen Sachkenntnis. Wir müssen über die eingesetzten Baustoffe Bescheid wissen und unsere Brandschutzkonzepte individuell darauf abstimmen. Geht es um ein Objekt aus Stahl, aus Beton, aus Holz oder anderen Materialien? Jeder Baustoff hat andere Eigenschaften und genau das müssen wir bei der Brandschutzplanung berücksichtigen.

Was passiert, wenn man Brandschutz in die falschen Hände gibt, ging erst in den letzten Tagen wieder durch die Medien. Sie ahnen wahrscheinlich schon, auf welches Objekt ich hinaus will: der Berliner Pannenflughafen BER. Jüngst war den Medien zu entnehmen, dass der beauftragte Brandschutzplaner des Berliner Flughafens  über kein abgeschlossenes Ingenieurstudium verfügt.  Vom Bekanntwerden der Probleme an, drehte sich die Berichterstattung meist darum, dass gerade bei der Brandschutzplanung Fehler gemacht worden seien. Wenn ich nun höre, dass der Mann, auf den der Bauherr hier setzte, nicht einmal ein fertiges Studium vorzuweisen hat, irritiert mich das gewaltig.

Meine Kollegen von der hessischen Ingenieurekammer haben sich dazu vergangene Woche in einer Pressemitteilung geäußert. Gerade für sicherheitsrelevante Bereiche wie den Brandschutz sei eine entsprechende und aktuelle Qualifikation unerlässlich, heißt es aus Wiesbaden. Ich denke, dass können wir alle hier genau so unterschreiben.

Verwunderlich ist nur, warum dies für den Bauherrn nicht ebenso einleuchtend war. Ich möchte nicht darüber spekulieren, welche Gründe im Detail zu dem Desaster in Berlin geführt haben. Ich kann nur sagen: es ist richtig und wichtig, dass die Brandschutzbestimmungen in Deutschland auf einem hohen Level sind und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Es ist ebenso richtig und wichtig, dass die Fachleute für Brandschutzplanung sich regelmäßig fortbilden. Denn das Bauen verändert sich im Laufe der Jahre und somit natürlich auch das erforderliche Wissen, das man braucht, um eine zeitgemäße Brandschutzplanung zu erstellen.

Das Interesse an Fortbildungen zum Thema Brandschutz ist in der gesamten Republik in den letzten Monaten und Jahren spürbar gestiegen. So vermeldeten unsere Kollegen aus Nordrhein-Westfalen eine Rekordbeteiligung von 700 Teilnehmern an ihrem Brandschutzkongress vorgestern in Düsseldorf.

Wenn auch Sie Ihr Wissen in Sachen Brandschutz noch weiter vertiefen möchten, kann ich Ihnen die Seminare der Ingenieurakademie Bayern zu diesem Themenkomplex wärmstens empfehlen.

Ich hatte auch schon angesprochen, dass neben der Sicherheit auch die Wirtschaftlichkeit bei der Brandschutzplanung eine große Rolle spielt. Hier ist einerseits eine solide Kostenkalkulation gefragt, andererseits eine gute vertragliche Grundlage.

In diesem Zusammenhang darf ich Sie auf die Musteringenieurverträge verweisen, die seit rund 1 ½ Jahren bei der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau erhältlich sind. Es gibt einen Allgemeinen Teil und sieben variable Module. Im September 2013 wurde das Modul für den Leistungsbereich Brandschutz fertiggestellt. Hier ist geregelt, was speziell für Verträge zur Brandschutzplanung wichtig ist.

Mit Stolz dürfen wir sagen, dass unsere Vertragsmuster großen Anklang finden. Seit wir die Vertragsmuster erstmals bereitgestellt haben, sind inzwischen fast 650.000 mal angeklickt worden.
Das Erfolgsrezept der Vertragsmuster besteht darin,
Und natürlich sind die vorliegenden Module an die Bestimmungen der HOAI 2013 angepasst. Gehen Sie einfach auf die Website der Kammer, www.bayika.de, in die Rubrik Downloads. Dort finden Sie die Vertragsvorlagen.

Lassen Sie uns dieses wichtige Thema Brandschutz umfassend, sachlich und mit fachlicher Kompetenz angehen. Ich wünsche uns allen eine gute Veranstaltung, bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und darf das Wort nun an Herrn Buchner vom Bauforum Stahl e.V. übergeben.

 

 

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