22. Bayerischer Ingenieuretag

Begrüßung des Auditoriums
durch den Präsidenten der
Bayerischen Ingenieurekammer-Bau
Dr.-Ing. Heinrich Schroeter
Freitag, 31.01.2014
Alte Kongresshalle
Theresienhöhe 15, 80339 München

[es gilt das gesprochene Wort]


Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Gäste,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich heiße Sie herzlich zum 22. Bayerischen Ingenieuretag willkommen. Ich freue mich außerordentlich, dass Sie alle heute unsere Gäste sind. Mit rund 800 Gästen ist der Saal voll. Ich sehe in diesem großen Zuspruch vor allem auch Anerkennung für die aktive Arbeit der Mitglieder unserer Kammer.
Ich möchte mich bei der Begrüßung ganz kurz fassen und auf die namentliche Nennung weitgehend verzichten. Dafür bitte ich um Ihr Verständnis.

Als erstes möchte ich unsere heutigen Redner begrüßen. Es ist eine große Ehre für uns, dass Sie, sehr geehrter Herr Staatsminister Herrmann, als unser Bau- und Innenminister – und jetzt auch als unser Verkehrsminister - heute wieder hier bei uns sind.

Für unsere Kammer als Vertretung aller im Bauwesen tätigen Ingenieure in Bayern ist der gute Kontakt und die konstruktive Zusammenarbeit mit der Politik von großer Bedeutung. Dass wir jetzt eine neue HOAI haben, haben wir gerade auch Ihnen zu verdanken, sehr geehrter Herr Staatsminister.
Über die dringend notwendige Anhebung der Tafelwerte als Grundlage für die Honorarberechnung haben wir uns natürlich gefreut.

Im Zuge der baufachlichen Überarbeitung wurde gleichzeitig der Katalog der einzelnen Teilleistungen der Leistungsbilder erheblich erweitert. Gerade wir Ingenieure werden damit noch weitaus stärker als bislang in die Verantwortung für die Einhaltung von Zeit- und Budgetplanungen genommen. Dadurch werden die Interessen der Auftraggeber bei geplanten Bauvorhaben hinsichtlich Baukosten und Bauzeit gestärkt. Die Bauherren erhalten also neben einer Qualitätsverbesserung auch ein klares Mehr an Leistung. Jedoch sind - wie bereits 2009 - wesentliche Ingenieurleistungen aus dem verbindlichen Preisrecht herausgefallen. Deswegen werden wir uns weiterhin mit aller Kraft für die Rückführung der sogenannten Beratungsleistungen, also der Teile X bis XIII und der örtlichen Bauüberwachung, in den verbindlich geregelten Teil einsetzen. Wir sind sicher, dass wir dabei wieder auf Ihre Unterstützung, sehr geehrter Herr Staatsminister Herrmann, bauen können.

Bayern steht – wie ganz Deutschland – vor der Jahrhundert-Herausforderung Energiewende. Das birgt große Chancen, aber natürlich auch viele Risiken. In den Medien hören wir immer von steigenden Energiepreisen, einer Explosion der Strompreise, dem fehlendem Netzausbau und drohenden Stromversorgungslücken. Man könnte meinen, wir sind auf dem direkten Weg in die Energiekrise und morgen gehen in Deutschland die Lichter aus.

Positive Nachrichten, wie die Garantie stabiler Strompreise beim Nürnberger Stromversorger N-ergie, werden kaum wahrgenommen. Deswegen freue ich mich umso mehr, dass wir mit Frau Professorin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung eine der renommiertesten Wirtschaftsexpertinnen auf den Gebieten Energieforschung und Klimaschutz als Referentin gewinnen konnten. Herzlich willkommen, Frau Professorin Kempfert.

In Ihrem Vortrag werden Sie uns die wirtschaftlichen Chancen einer klugen Energiewende aufzeigen.
Dabei werden Sie bestimmt auf die Risiken und Schwierigkeiten hinweisen, aber auch auf die Chancen durch die Energiewende eingehen. Darauf bin ich schon sehr gespannt. 
Ebenso sehr freue ich mich, dass wir heute auch Professor Ortwin Renn vom Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart begrüßen dürfen. Als international anerkannter Forscher zum Thema Risikoforschung und Technologieabschätzung sprechen sie heute über "Das Risikoparadox – und warum wir uns häufig vor dem Falschen fürchten".

Das erinnert mich an den Vortrag des Zukunftsforschers Lars Thomsen hier beim Ingenieuretag im Jahr 2012. Dort hat uns Herr Thomsen das „Dilemma des Froschs“ erklärt. Wirft man einen Frosch in eine Schüssel mit 60 bis 70 Grad heißem Wasser, springt er einfach blitzschnell wieder hinaus. Setzt man den Frosch aber in die gleiche Schüssel und erwärmt die Wassertemperatur ganz langsam von lauwarm bis zu kochend heiß, merkt der Frosch die Veränderung erst, wenn es schon zu spät ist. Er schafft es dann nicht mehr aus der Schüssel und stirbt.

Auch wir Menschen sind relativ gut darauf vorbereitet, effektiv auf abrupt eintretende Veränderungen zu reagieren. Aber wir sind bedeutend weniger gut darin, langsam eskalierende Gefahren zu erkennen und ihnen rechtzeitig zu begegnen. Oft fürchten wir uns also, wie Sie, sehr geehrter Herr Professor Renn sagen, vor den falschen Gefahren, verschließen aber gleichzeitig die Augen vor Risiken, die uns und unsere Nachwelt erheblich bedrohen. Nun, ich bin schon sehr neugierig auf Ihren Vortrag.

Der ehemalige Bau- und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat einmal gesagt: „Die Politik darf nicht nur den kleinen Ausschnitt sehen, sondern muss Dorf und Welt gleichermaßen im Blick behalten.“ Das ist keine leichte Aufgabe. Deswegen ist der Gesetzgeber, unser Bayerischer Landtag, ein ganz wichtiger Gesprächspartner für uns.

Ich freue mich, dass ich auch heute wieder Abgeordnete der Landtagsfraktionen begrüßen kann. Ich begrüße

Wie wichtig der Dialog aber nicht nur auf Landes- und Bundesebene, sondern über die Grenzen hinweg ist, zeigen unsere Gäste aus Europa. Stellvertretend für die ausländischen Kammern begrüße ich

Ganz wichtige Partner sind für uns natürlich auch die verschiedenen Ämter und Organisationen des Staats. Die Zusammenarbeit ist gut, das zeigt sich an den zahlreichen Vertretern der verschiedensten Behörden, die unserer Einladung gefolgt sind: Ich begrüße stellvertretend für alle Vertreter von Ämtern und Verwaltungen

Was wir Ingenieure planen, führen andere aus. Bauvorhaben gelingen nur dann erfolgreich, wenn Planer und Ausführende gut zusammenarbeiten. Für unsere Partner aus der Bauindustrie und dem Baugewerbe begrüße ich

Je größer die Gruppe und je breiter die Basis ist, die einen Vorschlag oder eine Forderung formuliert, desto mehr Gewicht hat ihre Position und umso besser wird sie gehört. Gerade deswegen ist uns die enge Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden und Vereinigungen so wichtig. Gerade erst vor 2 Wochen hatten wir eine große Gesprächsrunde mit den bayerischen Ingenieurverbänden. Und auch dieser Ingenieuretag erfährt die tatkräftige Unterstützung der Bayerischen Berufsverbände.
So möchte ich mich bei allen Verbänden, die uns und den Ingenieuretag unterstützen, bedanken.
Stellvertretend für alle heute hier anwesenden Vertreter der Verbände begrüße ich

Als Kammer stehen wir in engem Kontakt zu den Universitäten, Hochschulen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen in Bayern. Stellvertretend für die vielen anwesenden Vertreter aus Lehre und Forschung begrüße ich

Zusammen mit Frau Professorin Ursula Münch und der Akademie für Politische Bildung werden wir vom 28. bis 30. März 2014 eine gemeinsam Tagung zum Thema „Die Folgen von Bologna - Hochschulreform zwischen Berufsbezogenheit und Grundlagenorientierung“ durchführen. Dazu möchte ich Sie schon jetzt recht herzlich einladen.

Für unsere Kollegen Architekten begrüße ich

Stellvertretend für die Repräsentanten der anderen Länder und für Sie alle, die Kollegen Ingenieure im Bauwesen, begrüße ich als dienstältesten Kammerpräsidenten

Auch dass einer meiner Vorgänger im Präsidentenamt heute wieder hier ist, freut mich sehr.

Und last, but not least, begrüße ich die anwesenden Journalisten. Denn Sie rücken die Leistungen unseres Berufsstands in Licht der Öffentlichkeit. 

Krisen – Chancen – Ingenieure. Das ist das Thema dieses Ingenieuretages. Wir Ingenieure sind professionelle Problemlöser. Unser Berufsstand weiß wie kaum ein anderer, dass jede Krise immer auch eine Chance birgt – und findet Wege, Krisen zu bewältigen. Wir begreifen Krisen als Herausforderungen:

Wir Ingenieure sind Brückenbauer der Zukunft und Garanten des Fortschritts. Wir tragen gemeinsam Verantwortung

Mehr denn je stehen wir heute nicht nur vor technischen, sondern auch vor ganz neuen gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Gerade angesichts der Herausforderungen des energetischen Wandels und vor dem Hintergrund des Klimaschutzes gewinnen herausragende Ingenieurleistungen und technische Innovationsstärke weiter an Bedeutung. Unser Berufsstand leistet einen wertvollen Beitrag zur ökonomischen und baukulturellen Entwicklung. Wir sezen bedeutende Impulse für Zukunftsfähigkeit, Innovation und wirtschaftlichen Erfolg. 

Wenn es um das Planen und Bauen für die Zukunft geht, dann ist die Energiewende aktuell wohl die größte Herausforderung für unser Land. Die bayerischen Ingenieure und die Bayerische Ingenieurekammer-Bau stellen sich dieser Herausforderung.  Die Politik stellt die Weichen und setzt die Rahmenbedingungen. Aber es sind wir Ingenieure, die die Energiewende mit unseren Projekten praktisch und vor Ort umsetzen. 

Vielen Dank.

 

 

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