Fachgespräche Energieeffizientes Planen und Bauen

10. Dezember 2013, 09:15 Uhr
Presseclub Nürnberg e. V., Marmorsaal
Gewerbemuseumsplatz 2
90403 Nürnberg

Grußwort Dr.-Ing. Heinrich Schroeter
Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

[es gilt das gesprochene Wort]


Sehr geehrter Herr Paas,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich, Sie heute bei der Veranstaltung „Fachgespräche Energieeffizientes Planen und Bauen“ begrüßen zu dürfen. Wenn ich Ihnen sage, dass die Energiewende eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit ist, erzähle ich Ihnen nichts Neues. Diese Botschaft ist angekommen und findet breite Zustimmung: bei den Bürgerinnen und Bürgern, bei denjenigen, die die energieeffizienten Maßnahmen konkret umsetzen: bei den Ingenieuren und Architekten. Aber leider nur manchmal bei den politisch Verantwortlichen.

Die Frage ist heute nicht mehr, ob wir energieeffizient Planen und Bauen sollen, sondern wie. Rund um dieses „wie“ gibt es viele Fragen zu klären und wir wollen heute einigen besonderes wichtigen davon genauer nachgehen.

Um dies zu erreichen, haben sich zur Organisation dieser Veranstaltung gleich vier Institutionen zusammengetan, die im Bereich der Energiewende eine besondere Kompetenz haben: Die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr in Kooperation mit ENERGIE INNOVATIV, Bayerns Energieagentur im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, und Medien, Energie und Technologie, die Bayerische Architektenkammer und die Bayerische Ingenieurekammer-Bau. In der letzten Woche haben wir diese Veranstaltung bereits in München abgehalten, heute sind wir hier in Nürnberg zu Gast.

Es geht heute zunächst um die Frage, wie es um die Energiewende in Bayern bestellt ist und wie man fachliche Aspekte des energieeffizienten Planens und Bauens denjenigen vermittelt, die nicht wie wir über eine fundierte Vorbildung verfügen. Kommunikation heißt das Schlüsselwort. Uns Fachleuten muss es gelingen, auch komplexe Sachverhalte verständlich zu vermitteln und den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern zu suchen.

Ein Aspekt übrigens, der uns bei der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau besonders am Herzen liegt. Gerade haben wir unsere Fort- und Weiterbildungsordnung dahingehend geändert, dass wir verstärkt zum Besuch von Seminaren zu Kommunikations- oder anderen soft skill-Themen motivieren möchten. Das ist ein wichtiges Feld für uns Ingenieure und sicher auch für die Kollegen Architekten. Uns Fachleuten muss es gelingen, unsere Tätigkeit so zu erklären, dass sich auch Laien etwas darunter vorstellen können. In diesem Zusammenhang kommt der Energieberatung eine große Bedeutung zu.

Ich bin schon sehr gespannt auf die anschließenden Vorträge, bei denen wir darüber reden werden, wie die Energieberatung in der Praxis abläuft. Auch wird es darum gehen, in welchen Verzeichnissen öffentliche wie private Auftraggeber qualifizierte Fachleute finden. Ich darf Sie dabei hinweisen auf die Internetseite www.energie-effizienz-planer.de, auf der Ingenieure und Architekten mit entsprechender Sachkenntnis gelistet sind. Alle Ingenieur- und Architektenkammern Deutschlands haben dort die von ihnen geprüften Fachleute eingetragen. Alternativ können Sie auch auf der Seite www.planersuche.de der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau nachsehen.

Die hier gelisteten Personen beraten unabhängig von Produktinteressen. Ein extrem wichtiger Aspekt für diejenigen, die eine Beratung in Anspruch nehmen. Mit dieser Unabhängigkeit werben neuerdings übrigens auch die Schornsteinfeger.

Leider ist der Begriff „Energieberater“ ja nicht geschützt. Theoretisch kann sich jeder ein Schildchen mit der Aufschrift „Energieberater“ an die Tür machen. Und wenn er oder sie etwas von Werbung und Marketing versteht, werden sich auch Menschen finden, die diese Beratung in Anspruch nehmen. Diese Menschen gehen in dem guten Glauben dorthin, dass man sie sachkundig und unabhängig berät und ihnen die Maßnahmen vorschlägt, die für ihren konkreten Fall die besten sind. Und nicht die Maßnahmen, mit denen der Energieberater z.B. über Produktverkäufe noch Kasse machen kann.

Die Bürgerinnen und Bürger erwarten – zu Recht – eine unabhängige Beratung. Und die meisten nehmen an, dass dort, wo Energieberatung drauf steht, unabhängige Energieberatung drin ist. Doch das ist eben leider nicht immer so. Wir Planer, wir Ingenieure und Architekten, aber leisten unabhängige Beratung. Unsere große Aufgabe ist es, der Bevölkerung zu erklären, warum man auf der sicheren Seite ist, wenn eine Energieberatung von einem Planer gemacht wird.

Durch die gerade frisch novellierte EnEV kommen auf Hausbesitzer wieder neue Anforderungen zu. Welche Anforderungen das genau sind, das hören Sie später noch. Da möchte ich Herrn van Hazebrouck nicht vorgreifen. Sicher ist aber eines: der Bedarf an Energieberatungen wird weiter steigen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nun einen informativen Tag und einen regen Austausch unter Kollegen.

 

 

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