3. Bayerischer Brandschutzkongress

Grußwort Prof. Dr.-Ing. habil. Norbert Gebbeken
2. Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau
23. Oktober 2013, 09.30 Uhr
Bürgerhaus Garching

[es gilt das gesprochene Wort]

Sehr geehrter Herr Scherzer,
sehr geehrter Herr Heckel,
sehr geehrter Herr Peck,
sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich willkommen beim Bayerischen Brandschutzkongress. Bereits zum dritten Mal richten wir, die Bayerische Ingenieurekammer-Bau, die Beton Marketing Süd GmbH und viele weitere wichtige Institutionen und Verbände diese Veranstaltung aus. Es freut mich, dass auch in diesem Jahr das Interesse am Bayerischen Brandschutzkongress hoch ist und Sie so zahlreich gekommen sind.

Brandschutz wird immer wichtiger. Bauherren sind zunehmend für das Thema sensibilisiert. Für funktionierende, sichere Brandschutzkonzepte braucht es uns, die Ingenieure. Wie kaum ein anderer Berufsstand stehen wir für Sicherheit und Verantwortung. Bei der Planung wägen wir sorgfältig ab, welche Bauart und welche Baustoffe für das jeweilige Objekt sinnvoll sind, um Sachwerte, vor allem aber: um Leib und Leben, optimal zu schützen. Je nach Gebäudeklasse können diese oder jene Materialien die besten sein. Diese Entscheidungen, und viele andere mehr, müssen wir treffen, wenn wir mit einem Neubau oder der Modernisierung eines Bestandsgebäudes betraut werden.

Gerade deswegen ist es so wichtig, dass wir unser Wissen stets auf den neuesten Stand bringen. Ich freue mich sehr, dass auch dieser 3. Bayerische Brandschutzkongress wieder so gut besucht ist. Das zeigt, dass Sie alle Ihre Verantwortung ernst nehmen. Wenn Sie Ihre Arbeit gut und sorgfältig machen, treten schwere Brandkatastrophen erst gar nicht ein.

In Deutschland sind schwerwiegende Brände zum Glück selten. Doch das ist nicht überall auf der Welt so. Anfang des Monats gab es wieder eine schwere Brandkatastrophe in einer Textilfabrik in Bangladesch. Im November 2012 brannte ebenfalls eine Fabrik in Bangladesch. Auch damals gab es zahlreiche Tote und Verletzte.

Solche Fälle sind, global betrachtet, leider keine Seltenheit. In Deutschland zum Glück sind sie selten. Hier sind die verantwortlichen Planer gut ausgebildet und wir haben verbindliche Normen und Richtlinien für einen effektiven Brandschutz.

Dort, wo es keine Verpflichtungen gibt, wird es leider auch immer Bauherren geben, die das Thema Brandschutz zu lax handhaben. Deswegen ist es gut und richtig, dass hierzulande die Brandschutzbestimmungen stetig weiterentwickelt werden. Mit Menschenleben spielt man nicht. Nicht in Deutschland, nicht in Bangladesch, nirgendwo auf der Welt.

Weiterentwicklungen bei den Brandschutzbestimmungen sind alleine schon deshalb nötig, weil sich das Bauen und die Anforderungen an das Bauen verändern.

Zwei Beispiele:
In der Bayerischen Bauordnung wurden zum Januar und Juli dieses Jahres mehrere Änderungen im Bereich des baulichen Brandschutzes vorgenommen. Die Neuerungen im Bereich des Brandschutzes hängen auch mit Verschärfungen bei der Energieeinsparverordnung zusammen. Die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben der nächsten Jahrzehnte. Und sie ist eng mit dem Einsatz von Dämmmaterialien verbunden. Die Möglichkeiten der Dämmung von Gebäuden werden immer vielfältiger. Der Einsatz von Fassadenmaterial und biologischen Dämmmaterialien muss in punkto Brandschutz auf den Prüfstand. 

Bestimmte Dämmstoffe sorgten beim Hochwasser im Juni bei manchen Gebäuden für besondere Schäden. Beim Brandschutz ist es nicht anders. Das eine Material fängt schneller Feuer, das andere weniger. Das eine Material lässt sich schnell löschen, das andere nicht.

Gerade bei der Katastrophenprävention zeigt sich: was einerseits gut dämmt, kann andererseits bei Wasserschäden oder Bränden Probleme machen. Auch bei Dämmmaterial gilt: die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht.

Als zweites Beispiel möchte ich den demografischen Wandel nennen. Die Menschen werden immer älter, viele leben in Seniorenheimen oder Senioren-WGs. Diese Menschen sind körperlich nicht mehr so fit wie junge Erwachsene. Oft brauchen sie Gehhilfen oder sitzen vielleicht im Rollstuhl. Deswegen kommt dem Brandschutz in Seniorenheimen oder Senioren-WGs ein besonderer Stellenwert zu. Dem müssen wir bei unseren Planungen Rechnung tragen.

Lassen Sie mich abschließend noch darauf zu sprechen kommen, wie der Brandschutz vertraglich zu regeln ist. Bei der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau sind bereits seit letztem Herbst Musteringenieurverträge erhältlich. Und mit Stolz dürfen wir sagen, dass diese Vertragsmuster großen Anklang finden. In elf Monaten konnten wie mehr als 170.000 Downloads verbuchen.
Das Erfolgsrezept der Vertragsmuster besteht darin,
•    dass sie ausgewogen für Auftraggeber wie Auftragnehmer gestaltet sind
•    dass sie in Modulform vorliegen und so frei kombinierbar sind
•    und dass sie kostenlos sind.

Seit September gibt es auch das Modul Brandschutz. Zusätzlich gibt es einen Allgemeinen Teil und Module zu den Bereichen Ingenieurbauwerke, Verkehrsanlagen, Tragwerksplanung und Technische Ausrüstung. Weitere Module sind in Arbeit. Die vorliegenden Module sind bereits an die Bestimmungen durch die neue HOAI 2013 angepasst. Gehen Sie einfach auf die Website der Kammer, www.bayika.de, in die Rubrik Downloads. Dort finden Sie die Vertragsvorlagen. Fragen Sie gerne auch die Mitarbeiterinnen unserer Geschäftsstelle an unserem Stand im Foyer danach.

Wenn Sie Ihr Wissen in Sachen Brandschutz noch weiter vertiefen möchten, kann ich Ihnen auch die Seminare der Ingenieurakademie Bayern zu diesem Themenkomplex wärmstens empfehlen, beispielsweise zum Schwerpunkt Brandschutz in Versammlungsstätten. Frau Bardenheuer von der Akademie hat draußen an unserem Stand die Terminübersichten ausgelegt.

Nun bleibt mir nur noch, Ihnen einen guten und erfolgreichen Kongress zu wünschen!

 

 

zurück zur Übersicht

Bayerische
Ingenieurekammer-Bau

Körperschaft des öffentlichen Rechts

Schloßschmidstraße 3
80639 München
Telefon 089 419434-0
info@bayika.de

► Aktuelles ► Reden
Planer- und Ingenieursuche
Partner Mittelstandspakt Bayern

Partner Klima-Allianz Bayern