Verleihung des Bayerischen Denkmalpflegepreises 2012

20. September 2012, 19:00 Uhr
Neues Schloss Schleißheim, Großer Saal, Schloss- und Gartenverwaltung Schleißheim, Max-Emanuel-Platz 1, 85764 Oberschleißheim
Begrüßung: Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

 [es gilt das gesprochene Wort]


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich begrüße Sie herzlich zur Verleihung des Bayerischen Denkmalpflegepreises 2012 hier in diesem wunderschönen Saal im Neuen Schloss Schleißheim. Bereits zum dritten Mal vergeben wir gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege diese besondere Auszeichnung an öffentliche und an private Bauwerke aus Bayern. Es freut mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind und mit ihrem Interesse an der heutigen Preisverleihung auch für die Denkmalpflege generell Flagge zeigen. Denkmalpflege ist ein Thema, das viele Menschen beschäftigt, sei es im privaten oder beruflichen Kontext. Und ich weiß, für viele von Ihnen ist es zugleich ein Herzensthema.

Wir dürfen heute Vertreter verschiedenster Berufsgruppen und Organisationen begrüßen. Sie alle sind dem Denkmalschutz auf vielfältige Weise verbunden.

Zuallererst möchte ich mich bei Herrn Staatsminister Joachim Herrmann für sein Kommen bedanken. Es ist für uns eine besondere Ehre, dass Sie, trotz Ihres vollen Terminkalenders, zu unserer Preisverleihung gekommen sind. Bereits 2010 waren Sie bei der Verleihung des Bayerischen Denkmalpflegepreises dabei und auch in vielen anderen Bereichen sind Sie unserer Kammer eng verbunden Auch, und gerade deswegen, freue ich mich sehr auf Ihre anschließende Rede. Vielen Dank, dass Sie uns auch dieses Mal gleich wieder Ihre Unterstützung für den Denkmalpflegepreis und Ihr Kommen zugesagt haben. Auch für die Preisträger wird es eine große Ehre sein, die Auszeichnung nachher aus Ihren Händen entgegen zu nehmen.

Wir vergeben den Bayerischen Denkmalpreis in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Der Abteilungsleiter für die Bau- und Kunstdenkmale, Dr. Vollmar, ist Mitglied der Jury. Leider musste der Generalkonservator,  Herr Professor Dr. Egon Johannes Greipl, ganz kurzfristig absagen. An seiner Statt begrüße ich seinen 1. Stellvertreter, Herrn Professor Dr. Sebastian Sommer ganz herzlich.

Ich begrüße aus dem Bayerischen Landtag ganz herzlich Frau Eva Gottstein und Herrn Prof. a.D. Dr. Winfried Bausback. Es wäre schön, wenn Ihnen die großartigen Leistungen für die Denkmalpflege, die wir Ihnen später vorstellen, im Gedächtnis sind, wenn Sie das nächste Mal über Gelder für die Denkmalpflege zu entscheiden haben. Sie haben es mit in der Hand, die Denkmalpflege in Bayern zu stärken.

Stellvertretend für alle Kommunalpolitiker, die heute gekommen sind, möchte ich Frau Irmgard Mittermeier, die Bürgermeisterin der Stadt Rothenburg, begrüßen. Rothenburg ist reich an Baudenkmalen. Dass dies trotz aller Schönheit und Bedeutung auch eine große Herausforderung und manchmal eine Last ist, brauche ich Ihnen gegenüber, verehrte Frau Mittermeier, sicher nicht extra betonen. Umso höher ist eine Kommune zu achten, die auch mit begrenzten Mitteln ihr Erbe hegt und pflegt.

Für gelungenen Denkmalschutz braucht es jedoch nicht nur die Unterstützung der Politik, es braucht auch Praktiker, die die Vorhaben tatkräftig unterstützen und vor allem auch kompetent umsetzen. Für die Vielzahl der so wichtigen und aktiven Verbände der Berufe beim Bauen und der Kammern möchte ich Herrn Franz-Xaver Peteranderl, den Präsidenten des Landesverbandes der Bayerischen Bauinnungen willkommen heißen. Sie, Herr Peteranderl, vertreten diejenigen, die unsere Planungen in die Wirklichkeit umsetzen. Ohne gute Handwerker gibt es nun einmal keine Denkmalpflege.

Damit unsere Bayerische Ingenieurekammer-Bau weiterhin viele engagierte und gut ausgebildete Mitglieder hat, braucht es jemanden, der unseren Ingenieurnachwuchs fundiert und umfassend ausbildet. Für alle anwesenden Hochschulvertreter begrüße ich daher ganz herzlich den Präsidenten der Hochschule Amberg-Weiden, Herrn Prof. Dr. Erich Bauer.

Ein wichtiger Partner unserer Kammer ist auch die Bayerische Versorgungskammer, bei der unsere Mitglieder für das Alter vorsorgen können. Der Vorstandsvorsitzende Herr Lothar Panzer ist unserer Einladung heute gefolgt – schön, dass Sie da sind!

Ein herzliches Grüß Gott auch an die zahlreichen anwesenden Behördenvertreter. Ich begrüße stellvertretend für Sie alle den Regierungsvizepräsidenten der Regierung von Niederbayern, Herr Dr. Helmut Graf.

Ein ganz besonderer Willkommensgruß gilt natürlich den Bauherren und ihren Planern, den Ingenieuren und Architekten, dank deren Arbeit wir heute sechs herausragende Baudenkmale mit dem Bayerischen Denkmalpflegepreis 2012 auszeichnen können. Ihr großer Einsatz hat sich gelohnt und Ihr Ideenreichtum gibt uns auch die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Aspekte und Herangehensweisen bei der Sanierung von Denkmalen vorzustellen und zu würdigen. Vielen Dank dafür!

Auch zur heutigen Preisverleihung darf ich viele Medienvertreter begrüßen. Journalistinnen und Journalisten von Zeitungen und Zeitschriften sind ebenso anwesend wie Radiomacher und Redakteure des Fernsehens. Ihnen allen ein herzliches Willkommen. Ich freue mich, dass Sie mit Ihrer Berichterstattung dazu beitragen, dass den Menschen der Wert der Denkmalpflege noch stärker ins Bewusstsein rückt.

Und da wir gerade von den Medien sprechen: wir haben in diesem Jahr erstmals eine in Sachen Denkmal fachkundige Moderatorin verpflichtet, die uns durch den Abend führt. Frau Sabine Reeh leitet die Redaktion Kulturberichte und Kulturpolitik beim Bayerischen Fernsehen und verantwortet unter anderem die wunderbare Serie „Traumhäuser“ im BR. In wenigen Wochen erscheint bereits das vierte Begleitbuch zur Sendung. Schön, dass wir Sie als Moderatorin für die heutige Veranstaltung gewinnen konnten!

Ein besonderes Dankeschön möchte ich auch der Jury des Bayerischen Denkmalpflegepreises 2012 aussprechen. Sie haben die vielen hochwertigen Einsendungen auf Herz und Nieren geprüft, haben verglichen und diskutiert und haben schließlich die herausragenden Baudenkmale gekürt, die wir heute auszeichnen werden. Der Vorsitzende der Jury, Herr Eduard Knoll, den ich stellvertretend für seine Jury-Kollegen begrüße, wird ihnen nachher die Gewinner vorstellen. Ich möchte der Jury danken, für ihr unabhängiges und leistungsgerechtes Urteil – sie hat würdige Preisträger gekürt.

Ich freue mich, dass die Preisträger inzwischen auch schon aus jedem Regierungsbezirk unseres Freistaats kamen, auch wenn natürlich nicht jedes Jahr alle Bezirke vertreten sein können. Bayern ist reich an Denkmalen und ich hoffe, dass sich auch in Zukunft so viele hervorragende Projekte aus dem Norden, Süden, Osten und Westen Bayerns um unseren Denkmalpflegepreis bewerben.

Doch bevor wir zum nächsten Programmpunkt kommen, lassen Sie mich noch ein paar Worte zum Verhältnis der Ingenieure zur Denkmalpflege sagen. Schon kurz nach Gründung der Kammer vor nun 22 Jahren wurde vom Vorstand der Arbeitskreis „Denkmalpflege und Bauen im Bestand“ ins Leben gerufen. Dieses Bestätigungsfeld hat also schon von Anfang an einen hohen Stellenwert in der Arbeit unserer Kammer eingenommen. Dieser Arbeitskreis war schon immer besonders lebendig, aktiv und engagiert. Bauen im Bestand wird als Arbeitsfeld für unsere Mitglieder immer wichtiger. Rund die Hälfte aller Aufträge kommt inzwischen aus diesem Bereich. Die Sanierung denkmalgeschützter Bauwerke darf man dabei mit Fug und Recht als die Königsdisziplin beim Bauen im Bestand bezeichnen.

Denkmalpflege ist eine interdisziplinäre Aufgabe, bei der viele Fachrichtungen zusammenarbeiten müssen. Dazu braucht es ein offenes und konstruktives Miteinander von Bauherr, Denkmalpfleger, Ingenieur, Architekt, Restaurator und ausführenden Handwerkern. Deswegen gehören unserem Arbeitskreis traditionell auch Vertreter der Denkmalpflege und Architekten an.

Nahezu alle Bereiche der Denkmalpflege – von der Bestandsaufnahme über die Standsicherheit bis hin zu bauphysikalischen Fragestellungen – betreffen dabei originäre Aufgabenfelder der im Bauwesen tätigen Ingenieure. Und die Ingenieure übernehmen zunehmend von den Architekten auch Aufgaben des Baumanagements, wie bei einem der ausgezeichneten Bauwerke zu sehen sein wird.
Daher wird im Rahmen dieses Preises auch ein besonderes Augenmerk auf herausragende Leistungen in all diesen Bereichen gelegt. Gerade weil die Leistung des Ingenieurs maßgeblich zum Erfolg der Instandsetzung beigetragen hat, wird sie, die Leistung des Ingenieurs, auch bei der Preisverleihung besonders gewürdigt.

Die Leistungen von Ingenieuren finden allzu oft im Verborgenen statt. Als Faustregel kann man sagen, je besser ein Ingenieur gearbeitet hat, desto weniger ist seine Arbeit sichtbar. Doch was nicht sichtbar ist, wird auch nicht anerkannt, obwohl die Arbeit unverzichtbar ist. Wir kennen das vermutlich alle: solange etwas gut funktioniert, nehmen wir es nicht besonders wahr. Wenn es aber nicht mehr funktioniert, merken wir, wie sehr plötzlich etwas fehlt.

Unsere Kammer hat es sich auch zum Ziel gesetzt, das, was Ingenieure tun, für die Allgemeinheit sichtbar und damit verständlich zu machen. Ganz bestimmt hilft der Denkmalpflegepreis dabei. Denn der Denkmalpflegepreis legt ganz bewusst ein besonderes Augenmerk auf die herausragenden Leistungen in den unterschiedlichen Aufgabenfeldern der im Bauwesen tätigen Ingenieure. Worin diese Leistungen im Einzelnen liegen, werden Sie später vom Vorsitzenden der Jury, Herrn Eduard Knoll, erfahren. Und Sie können es später auch noch in Ruhe in der Broschüre nachlesen, die nachher für Sie bereit liegt.

Nun wünsche ich Ihnen noch einen kurzweiligen und interessanten Abend, gute Gespräche und vor allem auch: Erkenntnisgewinn in Sachen Denkmalpflege!

 

 

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