Grußwort Dr.-Ing. Heinrich Schroeter zum 20. Bayerischen Ingenieuretag

Grußwort des Präsidenten der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, Dr.-Ing. Heinrich Schroeter
20. Bayerischen Ingenieuretag
Freitag, 20.01.2012
ICM – Messe München

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Gäste,liebe Kolleginnen und Kollegen,

zum 20. Bayerischen Ingenieuretag begrüße ich Sie alle sehr herzlich.
Wir haben rund 700 Anmeldungen erhalten. Ich freue ich mich sehr, heute so viele Gäste begrüßen zu dürfen.
Besonders herzlich begrüße ich meine Vorgänger im Präsidentenamt:
-    Prof. Karl Kling
-    und Frau Heidi Aschl.

Ich freue mich, dass Sie unserer Kammer immer verbunden geblieben sind.
Ich freue mich auch darüber, dass die Ingenieure immer wieder das Interesse unserer Abgeordneten finden.
 Aus dem Bundestag ist zu uns gekommen
Herr Sebastian Körber (FDP),

Aus dem Bayerischen Landtag begrüße ich
•    Herrn Staatsminister a.D. Erwin Huber (CSU),
•    Frau Christine Kamm (Bündnis90/Grüne),
•    Herr Alexander Muthmann (FW Freie Wähler)
•    Unseren Berufskollegen Herrn Roland Richter (CSU)
•    Und Herrn Dr. Paul Wengert (SPD).

Weil wir heute ein - wie ich denke - sehr schönes und interessantes, aber auch sehr umfangreiches Programm haben möchte, ich mich bei der Begrüßung aus Zeitgründen möglichst kurz fassen.
Ich werde daher auf die namentliche Begrüßung so weit wie möglich verzichten. Dafür bitte ich um Ihr Verständnis. Bitte schauen Sie in die ausführliche Gästeliste, in der alle stehen, die sich angemeldet haben.

Die musikalische Begleitung des heutigen Tages wird von Harry Saltzman und Relaxing Five gestaltet.

Die Kammern bündeln und vertreten die Anliegen des Berufsstandes der Ingenieure im Bauwesen.
Stellvertretend für die Vertreter der deutschen Kammern begrüße ich den Präsidenten der Byerischen Architektenkammer, Herrn Lutz Heese und den Präsidenten der Bundesingenieurkammer, Dr.-Ing. Jens Karstedt.

Dass Ingenieure über Grenzen hinweg zusammenarbeiten zeigen unsere Gäste aus Europa:
Dr. Vladimir Benko Slowakische Kammer
Herr Hamish Douglas aus GB FICE
Herrn Rudolf Kolbe, Präsident der Österreichischen ingenieurkonsulenten
Herrn Pavel Krecek, Präsident der tschechischen Kammer,
Herrn Crtomir Remec, Präsident der Slowenischen Kammer
Herrn Pavel Stepán, Präsident des tschechischen Ingenieurverbands CSSI und seinen Altpräsidenten Herrn Svatopluk Zídek.

Der Ingenieuretag wird nicht nur von der Kammer getragen, sondern erfährt auch die tatkräftige Unterstützung der Bayerischen Berufsverbände. Sie sehen sie auf der Folie.
Ich möchte mich bei allen Verbänden, die uns und den Ingenieuretag unterstützen, ganz herzlich bedanken.
Stellvertretend für alle heute hier anwesenden Vertreter von Verbänden begrüße ich den Präsidenten des Verbands der Freien Berufe in Bayern, Herrn Dr. Fritz Kempter.

Wichtige Partner unserer Mitglieder sind die verschiedenen Ämter und Organisationen des Staates - sei es als Auftraggeber, als Partner oder als regulierende Behörden.
Stellvertretend für die zahlreichen Vertreter der verschiedensten Ämter und Verwaltungen, die unserer Einladung gefolgt sind, begrüße ich die Regierungspräsidentin der Oberpfalz, Frau Brigitta Brunner, den Amtschef des Innenministeriums, Herrn Ministerialdirektor Günter Schuster und den Leiter der Obersten Baubehörde, Ministerialdirektor Josef Poxleitner.

Das Thema dieses Ingenieuretages ist: „Öffentliches Bauen – Bauen für alle?!“
Mit diesem Thema möchten wir neue Impulse und Perspektiven zu den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen bei der Planung und Realisierung von Großprojekten geben.
Besonders im Hinblick auf die Umsetzung der Energiewende und den damit verbundenen Auf- und Ausbau der Energie-Infrastruktur ist es für ein zukunftsfähiges Planen und Bauen von großer Bedeutung, die Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, die sich aus den neuen Entwicklungen und Veränderungen ergeben - und dabei flexibel zu bleiben.
Der Ausbau der Infrastruktur als zentrale Planungs- und Bauaufgabe steht zunehmend im Spannungsfeld von Genehmigungsverfahren und Bürgerbeteiligung.

•    Wie kann die Akzeptanz von Groß- und Infrastrukturprojekten verbessert werden?
•    Wie lassen sich komplexe Planungen vermitteln und wie kommt man zu tragfähigen Lösungen?

Diesen und ähnlichen Fragen müssen sich die Ingenieure im Bauwesen immer häufiger stellen. Als berufsständische Vertretung aller im Bauwesen tätigen Ingenieure in Bayern möchten wir den Ingenieuretag zur Standortbestimmung für uns selbst und unsere Position in der Gesellschaft nutzen. 

Für den heutigen Ingenieuretag konnten wir wieder hochkarätige Referenten aus Wirtschaft, Ingenieurwesen und Politik gewinnen. Ich begrüße den renommierten Zukunftsforscher Lars Thomsen, Gründer und Chief Futurist der future matters AG aus Zürich.
In Ihrem Vortrag „Ingenieurwesen 2022“ wird es darum gehen, wie man die Herausforderungen der Gegenwart erkennt und Trends, Entwicklungen und Chancen der Zukunft nutzt. Sehr geehrter Herr Thomsen, mit Blick auf die Planung und Realisierung von Großprojekten und die Umsetzung der Energiewende erwarten wir von Ihnen neue Perspektiven auf die anstehenden Veränderungen in den kommenden zehn Jahren. Willkommen bei den bayerischen Ingenieuren.

An den Beispielen „Stuttgart 21“ und Frankfurter Flughafenausbau wird anschließend unser Berufskollege  Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, der inzwischen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) leitet, auf das Spannungsfeld Verkehrs- und Städtebauprojekte eingehen und aus seinen Erfahrungen bei diesen beiden Großprojekten berichten. Professor Wörner führt seit dem Jahr 2000 den Mediationsprozess zum Ausbau des Frankfurter Flughafens und hat im Jahr 2011 das Dialogforum zu "Stuttgart 21" vorbereitet. Herr Professor Wörner, ich freue mich sehr, dass Sie heute hier sind.

Nach diesem Vortrag machen wir dann eine Kaffeepause. 
Danach dürfen Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, gespannt sein auf den Praxisbericht „Hauptbahnhof Wien - Bauen mit Bürgerbeteiligung“ von Dipl.-Ing. Judith Engel, der Projektleiterin des Wiener Hauptbahnhofs bei der ÖBB Infrastruktur AG.
Mit einer Größe von 109 ha ist das Gesamtprojekt Hauptbahnhof die derzeit bedeutendste Infrastrukturmaßnahme für Wien. Der neue Durchgangsbahnhof an der Stelle zweier Kopfbahnhöfe wird die Stadt zu einem multi-modalen Knotenpunkt des europäischen Schienennetzes machen und ermöglicht die Durchbindung transeuropäischer Eisenbahnlinien der Nord-Süd- und der Ost-West-Achse. Auch das Stadtbild erfährt eine neue Prägung. Mit 550.000 m² Büroflächen, 5.000 neuen Wohnungen für rund 13.000 Menschen, einem acht Hektar großen Park sowie Schulen und Kindergärten wird dort auf den freigewordenen Betriebsflächen der Bahn eine neue Stadt in der Stadt entstehen. Die Ähnlichkeit zu einem deutschen Bahnhofsprojekt ist nicht rein zufällig.

Der Vortrag von Frau Engel bildet den Einstieg in eine politische Diskussionsrunde mit Abgeordneten aller im Bayerischen Landtag vertretenen Parteien. Ein Novum, mit dem die Bayerische Ingenieurekammer-Bau die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen aufgreift – um eine politische Diskussion anzustoßen, die alle Seiten einer Planung bedenkt und auch alle Beteiligten gleichermaßen zu Wort kommen lässt.

An der Diskussionsrunde nehmen teil
•    MdL Herr Erwin Huber (CSU),
•    MdL Frau Christine Kamm (Bündnis90/Die Grünen),
•    MdB Herr Sebastian Körber (FDP),
•    MdL Herr Alexander Muthmann (FW Freie Wähler)
•    MdL Dr. Paul Wengert (SPD).

Moderiert wird die Diskussion von Dipl.-Ing. Univ. Helmut Schütz, dem 1. Vizepräsident der Kammer. Er war bis vor kurzem der Präsident der Autobahndirektion Nordbayern und kennt die Problematik so aus der täglichen Praxis.

Wir erwarten uns von diesem Ingenieuretag und von der Diskussion im besonderen Antworten auf die folgenden Fragen:
•    Wie kann eine umfassendere Partizipation von interessierten Bürgern in Planungsverfahren gestaltet werden?
•    Brauchen wir neue Verfahren der Bürgerbeteiligung für Information, Kommunikation, Moderation und Mediation von Planungs- und Entscheidungsverfahren?
•    Wie können diese Beteiligungsmöglichkeiten und Beteiligungsverfahren aussehen?

Die Antworten auf diese Fragen sind von zentraler Bedeutung, gerade auch wenn es um eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre geht, nämlich die Umsetzung der Energiewende in Bayern und Deutschland.
Die Konsequenzen des Umstiegs auf die erneuerbaren Energien und der Auf- und Ausbau der Energie-Infrastruktur betreffen die zentralen Aufgabegebiete und Geschäftsfelder unserer bayerischen Ingenieure und Ingenieurbüros.
Wir Ingenieure stehen mit unseren Leistungen für das Gelingen der Energiewende in der Verantwortung, denn unser Berufsstand ist an all den einzelnen Schritten und Projekten beteiligt wie kein anderer.
Sei es
•    beim Netzausbau,
•    beim Bau von Pumpspeicherkraftwerken,
•    oder bei der Energie- und Umwelttechnik.
Oder auch
•    beim Stromnetzausbau,
•    bei der dezentralen Energieversorgung,
•    bei der Entwicklung lokaler und regionaler Versorgungsstrategien,
•    bei den Themen Energieeffizienz und energetische Sanierung,
•    oder bei der Stromeinsparung. 

Wir Ingenieure sind es, die die Energiewende praktisch und vor Ort umsetzen.
Wir Ingenieure sind es, die die Projekte planen – aber auch vermitteln müssen.

Als Ingenieure tragen wir die Verantwortung
•    für die Sicherheit von Bauwerken,
•    für die Zuverlässigkeit und Nutzbarkeit der Infrastruktur und
•    den schonenden Umgang mit unseren Ressourcen.

Unser Beitrag bei der Umsetzung der Energiewende ist die Entwicklung innovativer Technologien und Abläufe und der Einsatz neuer Baustoffe und Bauverfahren.
Und das bringt viel:
•    Kostengünstigere Lösungen, zum Beispiel bei der Steuerung der Gebäudetechnik
•    Eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, zum Beispiel bei der Beheizung von Gebäuden durch den Einsatz von Solarenergie und/oder Geothermie
•    Kürzere Bauzeiten
•    Leichtere und schlankere Konstruktionen, zum Beispiel durch den Einsatz neuer Baustoffe wie Glasfasern oder Kohlenstofffasern

Von den ersten Planungsüberlegungen über die frühzeitige Einbindung aller Beteiligten bis zum Nutzungsende stehen wir für ganzheitliches und interdisziplinäres Denken.
Und das ist wichtig,  
•    gerade wenn es um die Akzeptanz von Großprojekten und den Ausbau der Infrastruktur als zentrale Planungs- und Bauaufgabe geht.
•    Gerade wenn es darum geht, Investitionsvorhaben zu sichern, zu realisieren und zu beschleunigen.
Denn:
Wir sind die Spezialisten für die ökonomische und ökologische Optimierung von Planungs- und Bauprozessen.
Wir sind die Fachleute für umweltschonendes und wirtschaftliches Bauen.
Wir sind die Experten, wenn es um eine nachhaltige Betrachtungsweise von Planung, Bau und Betrieb geht.

Die Politik setzt die Rahmenbedingungen. Deswegen haben wir klare Vorstellungen und Anforderungen an die Politik.

•    Wir brauchen eine deutlich höhere Priorität beim Erhalt und bei der Sanierung von Infrastruktureinrichtungen, gerade auch im kommunalen Bereich.
•    Beim Ausbau und der Förderung der energetischen Gebäudesanierung muss das Sanierungstempo deutlich erhöht werden um die Energieeffizienz im Gebäudebestand zu verbessern. Außerdem müssen die Ersatzneubauten in das Förderspektrum einbezogen werden.
•    Deswegen fordern wir eine Verbesserung der Finanzausstattung der Kommunen und eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau.
•    Für den Erhalt der historischen Baukultur – gerade hier in Bayern mit seiner Vielzahl historischer Bauwerke und Denkmäler - brauchen wir eine deutliche Aufstockung von Mitteln zur Investitionsförderung in der Denkmalpflege.

Ich freue mich auf eine spannende politische Debatte. Im Anschluss an die Diskussion wird der 2. Vizepräsident der Kammer, Prof. Dr. Norbert Gebbeken, eine kurze Zusammenfassung und einen Ausblick geben.
Danach sind Sie alle herzlich zum gemeinsamen Ingenieurdialog mit einem Imbiss eingeladen. 

Jetzt noch ein paar Worte in eigener Sache:
Bei der Wahl der VI. Vertreterversammlung Ende November 2011 haben die Mitglieder dem Vorstand und Präsidium mit großer Mehrheit ihr Vertrauen ausgesprochen. Dafür möchte ich mich im Namen des gesamten Vorstandes ganz herzlich bedanken.
Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau versteht sich als „Große Kammer“ – als Vertretung aller bayerischen Ingenieure im Bauwesen. Nur mit vielen Mitgliedern aus allen Bereichen des Ingenieurwesens können wir unsere Anliegen durchsetzen. Auch die Vorstandsmitglieder sind beruflich in unterschiedlichen Bereichen aktiv und bilden damit die Vielfalt der Mitglieder ab. So können alle Interessen ideal vertreten werden.

Neu im Vorstand ist Ralf Wulf, Leiter Ingenieurbau im Baureferat der Landeshauptstadt München. Unser langjähriges Vorstandsmitglied, Herbert Luy, hatte nicht mehr kandidiert. Dir, lieber Herbert, an dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön für Deine gute Arbeit.
Das Wahlergebnis zeigt klar, dass die Mitglieder der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau mit der Arbeit der Kammer und des Vorstands in den letzten 5 Jahren sehr zufrieden sind. Das ist eine Bestätigung unserer Arbeit und eine Verpflichtung für die kommenden Jahre.
Ich versichere Ihnen, dass wir uns weiterhin mit aller Kraft für die Belange der Ingenieure im Bauwesen und die Interessen unseres Berufsstandes und unserer Mitglieder einsetzen werden. 
Einige politische Ziele der Kammer habe ich ja bereits gerade genannt, aber wir haben uns noch mehr vorgenommen.

4 Ziele liegen uns besonders am Herzen.
1. Stärkung der öffentlichen Wahrnehmung des Berufsstandes!
Das heißt:
•    Betonung der Leistungen der am Bau tätigen Ingenieure für das Gemeinwesen
•    Verdeutlichen der Verantwortung für eine funktionierende Infrastruktur, für die Sicherheit von Bauwerken, für ein zeitgemäßes und zukunftsfähiges Planen und Bauen
Dazu unternehmen wir einiges. Dieser Ingenieuretag ist ein gutes Beispiel.
Aber auch der Ideenwettbewerb, den wir im letzten Jahr durchgeführt haben.
Dabei ging es um den Entwurf einer Straßenbrücke nach ganzheitlichen Wertungskriterien. Hier wurde ausdrücklich der gesamte Lebenszyklus des Bauwerkes betrachtet und auch externe ökonomische und ökologische Effekte berücksichtigt.
Wir haben sehr überzeugende Beiträge erhalten und der Wettbewerb ist auch bundesweit auf großes Interesse gestoßen. In diesen Tagen ist jetzt auch eine umfangreiche Dokumentation dazu erschienen. 
Mitte 2011 ist als bayernweit erstes Bauwerk die Fleischbrücke in Nürnberg mit dem Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnet worden.
2012 werden es dann schon zwei bayerische Auszeichnungen sein, denn bereits im April steht die Auszeichnung der König-Ludwig-Brücke in Kempten an.
Im September werden wir wieder den Bayerischen Denkmalpflegepreis 2012 vergeben. Auch hier soll die Leistung des Ingenieurs maßgeblich zum Erfolg der Instandsetzung beigetragen haben und wird bei der Preisverleihung entsprechen gewürdigt.

Besonders wichtig ist uns in diesem Zusammenhang eine gute Zusammenarbeit mit der Presse und den Journalisten, die ich an dieser Stelle ebenfalls sehr herzlich begrüßen möchte. Wir freuen uns auf Ihre Berichterstattung!

Kommen wir zum zweiten Ziel der Kammer in den nächsten Jahren. 
2. Intensivierung der Nachwuchsförderung!
Das bedeutet:
•    Verstärkte Nachwuchswerbung für die Berufe der Ingenieure im Bauwesen
•    Förderung der Qualität der Aus- und Weiterbildung
•    Unterstützung des Ingenieurnachwuchs im Studium und beim Berufseinstieg
•    Heranführung und Bindung an die Kammer

Der Mangel an Ingenieuren ist eine Gefahr für den Standort Bayern. Dies bestätigen auch die Ergebnisse unserer letzten Konjunkturumfrage. Gerade bei den Ingenieuren im Bauwesen herrscht großer Mangel an qualifiziertem Personal auf dem Arbeitsmarkt: Beinahe ein Drittel der befragten Ingenieurbüros hat offene Stellen. Und bereits mehr als die Hälfte der Büros hat Schwierigkeiten, qualifizierte Stellen zu besetzen.
In den kommenden Jahren wollen und müssen wir uns noch intensiver für die Nachwuchswerbung und -förderung für den Beruf des Ingenieurs im Bauwesen einsetzen. Wir müssen mehr junge Leute für den Beruf und das Studium des Bauingenieurwesens begeistern.
Als Kammer ist es uns ein wichtiges Anliegen,
Studierende und den Ingenieurnachwuchs insgesamt zu unterstützen. Wir stehen in engem Kontakt zu den Hochschulen und haben im letzten Jahr Hochschulbeauftragte an den bayerischen Hochschulen berufen. Ich begrüße die Vertreter der Hochschulen.

3. Angemessene Vergütung für Ingenieure im Bauwesen!
•    Verantwortung für Sicherheit und Qualität ist entsprechend zu vergüten.
Wir brauchen einen Wettbewerb bei Qualität und Innovation statt Preiswettbewerb.
Bei unserer Arbeit geht es um Qualität. Es geht um Sicherheit. Und es geht um Verantwortung. Das muss auch entsprechend honoriert werden. Ingenieure im Bauwesen bilden das Schlusslicht bei den Ingenieurgehältern. Aber nur wenn die Honorierung der Büros angemessen ist, können auch ordentliche Gehälter gezahlt werden.

4. Ziel: Verbesserung der beruflichen Rahmenbedingungen für Ingenieure im Bauwesen
•    Einfacheres Vergabewesen und gerechtere Vergabepraxis
•    Anwendungsfreundliche und praxistaugliche Normen und Regelungen
•    Internationale Anerkennung der deutschen Qualifikationsnachweise
Wir machen uns für ein einfacheres Vergabewesen und eine gerechtere Vergabepraxis stark - gerade für die kleinen mittelständischen Büros. Und wir drängen auf eine mittelstandsgerechte Anwendung der VOF.
Wir werden uns weiterhin besonders für anwendungsfreundliche und praxistaugliche Normen einsetzen.  

Ein wichtiger Punkt ist aber auch die Nach- und Weiterqualifizierung älterer Ingenieure – gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Hier engagiert sich die Kammer aktiv mit ihrer Weiterbildungseinrichtung, der Ingenieurakademie Bayern.
Aber auch viele bayerische Büros sind in diesem Bereich vorbildlich. Es geht schließlich auch darum, das Wissen im eigenen Unternehmen zu behalten.
Fortbildung und Nachwuchsförderung sind Investitionen in die Zukunft, die sich auszahlen.

Und mit dem Stichwort „Zukunft“ komme ich jetzt auch zum Ende meiner Rede.
Ich darf nun den Zukunftsforscher Lars Thomsen zum ersten Vortrag „Ingenieurwesen 2022“ auf die Bühne bitten.
Ich freue mich auf einen spannenden Vortrag und wünsche Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, einen schönen und interessanten Ingenieuretag.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

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