18. Bayerischer Ingenieuretag: Grußwort und Impulsreferat von Staatsminister Joachim Hermann

Grußwort und Impulsreferat des Bayerischen Staatsministers des Innern, Joachim Herrmann, anlässlich des 18. Bayerischen Ingenieuretags und des 20-jährigen Jubiläums der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau am 22. Januar 2010 in München zum Thema: "Chancen und Perspektiven für Ingenieure im Bauwesen"

Meine Damen und Herren,

nicht nur im Hochbau bieten sich Ihnen auch in Zukunft Chancen und Perspektiven. Der Sachverstand der Ingenieure ist natürlich auch beim Straßenbau unentbehrlich.

Dank der Konjunkturpakete des Bundes war 2009 ein gutes Jahr für die Straßeninfrastruktur in Bayern. Weit mehr als eine Milliarde Euro haben wir in das bayerische Netz der Autobahnen, Bundesstraßen und Staatsstraßen investiert.

Nach der Bundestagswahl im September haben wir die Weichen für die nächsten Jahre gestellt. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP sind viele bayerische Positionen berücksichtigt. Ein festgelegtes Ziel ist, die Investitionen in die Straßen¬infrastruktur auf hohem Niveau zu halten. Für dieses Jahr rechnen wir deshalb bis zum Jahresende wieder mit mehr als einer Milliarde Euro an Bundesmitteln. Anspruchsvolle Planungs- und Bauaufgaben warten also auch nach Auslaufen der Konjunkturprogramme auf die staatliche Bauverwaltung und auf Sie, die Ingenieure.

Wie in jeder anderen technischen Disziplin dürfen wir nicht im Status quo verharren, sondern müssen uns weiterentwickeln und noch besser werden.

Mit weiteren Innovationen wollen wir den Verkehr noch umweltverträglicher gestalten. Ich denke hier zum Beispiel an die Entwicklung von lärmarmen Fahr-bahnbelägen. Unsere Bürger erwarten, dass gegen zunehmenden Verkehrslärm was getan wird. Hier sind auch die Ingenieure gefragt.

Ein weiteres wichtiges Thema ist, wie sich Staus vermeiden lassen. Gefragt sind hier verbesserte Verkehrsinformationen, der weitere Ausbau der Verkehrstelematik und ein optimiertes Baustellenmanagement.

Meine Damen und Herren,

als Ingenieure im Bauwesen tragen Sie hohe Verantwortung. Und Sie leisten viel. Das soll auch entsprechend vergütet werden. Lassen Sie mich deshalb noch kurz auf ein aktuelles Thema eingehen, das uns immer noch beschäftigt: die Novellierung der Honorarordnung.

Die Bayerische Staatsregierung hat sich immer für die HOAI und den Erhalt der Preisverordnung in Verbindung mit einer Neustrukturierung und Vereinfachung ausgesprochen. Die zunächst vorgelegten Entwürfe entsprachen diesen Vorstellungen nicht. In enger Zusammenarbeit mit den Kammern hat sich die Staatsregierung für zahlreiche Verbesserungen eingesetzt. Unserem Antrag im Bundesrat, mit dem wir die noch offenen Forderungen aufgegriffen haben, wurde zugestimmt.

Unsere Forderungen spiegeln sich auch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wider. Es wurde vereinbart, dass die HOAI auf der Grundlage des Bundesratsbeschlusses schnellstmöglich novelliert wird.

Wir brauchen eine HOAI, deren Leistungsbilder modernisiert sind und dem Wandel der Berufsbilder, den Umweltbelangen und den Regeln der Technik entsprechen. Dazu gehört eine überarbeitete Honorarstruktur, damit Leistungen von Architekten und Ingenieuren auskömmlich bezahlt werden. Nur so kann ein sinnvolles und zeitgemäßes Ergebnis erreicht werden, das von Architekten, Ingenieuren und ihren Auftraggebern getragen wird.

Wir engagieren uns gemeinsam mit Ihnen für eine HOAI, die den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird. Ausdrücklich sichere ich Ihnen eine bestmögliche Unterstützung der Staatsregierung zu.

Meine Damen und Herren,

die Anforderungen an zeitgemäße Bau¬werke sind enorm gestiegen. Gleichzeitig werden die Abläufe im Bauen immer komplexer. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Es zeigt sich – denken Sie nur an die nationalen und internationalen Klimagipfel wie zuletzt in Kopenhagen – , dass wir noch nicht da angekommen sind, wo wir hinmüssen.

Auf diesem Weg wird es vor allem auch darum gehen, die Innovationskraft unserer heimischen Wirtschaft zu nutzen. Und dieser Kraft verdanken wir auch zu einem Großteil den Ideen unserer Ingenieure. Ihre Kreativität und Kompetenz sichern uns im globalen Wettbewerb einen wichtigen Wettbewerbsvorteil. Sie sind von entscheidender Bedeutung bei der Bewältigung unserer Zukunftsaufgaben.

Ich meine, die Mitglieder der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau können angesichts großartiger Ingenieur-Leistungen in der Vergangenheit und der vielfältigen Herausforderungen der Zukunft zuver-sichtlich nach vorne blicken.

Allen Verantwortlichen der Ingenieure-kammer-Bau wünsche ich auch für die nächsten Jahre und Jahrzehnte eine erfolgreiche Arbeit zum Wohle der Mitglieder und zum Wohle der Allgemeinheit.

Ich versichere Ihnen, dass die Staats-regierung, die staatliche Bauverwaltung und ich persönlich Ihnen auch in Zukunft ein verlässlicher Ansprechpartner sein werden. Ich freue mich auf eine weiterhin konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen!

 

 

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