Bayerische Klima-Allianz in Unterfranken

Bayerische Klima-Allianz in Unterfranken
Tagung am Mittwoch, den 20. Mai 2009 in Würzburg
Grußwort von Dr.-Ing. Heinrich Hochreither
Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

Sehr geehrter Herr Regierungspräsident Dr. Beinhofer,
sehr geehrte Kolleginnen, sehr geehrte Kollegen
meine sehr geehrten Damen und Herren,

der Klimawandel ist eine der großen globalen Heraus-forderungen unserer Zeit! Das Tempo des Klimawandels erscheint progressiv, notwendiges Handeln ist geboten.

Die Schonung der Schöpfung muss für uns  alle zukünftig verstärkt Grundlage jeglichen Denkens und Handels werden.

Neben einem gesunden Wirtschaftswachstum – dies war augenscheinlich die Prämisse des 20. Jahrhunderts - werden sich unsere Enkel im 21. Jahrhundert vermehrt für den Zustands unseres Klimas als Grundlage ihrer Lebensqualität interessieren.

Die Zunahme der Emissionen sowie die Verknappung der Ressourcen nötigen uns alle, uns mit dem Klimaschutz und damit mit dem Thema Energieeffizienz auseinander zu setzen.

Für Kommunen spielt das Thema Energieeffizienz im öffentlichen Sektor eine immer wichtigere Rolle – besonders vor dem Hintergrund knapper Haushaltskassen und steigender Energiepreise.  Investitionen in die Energieeffizienz im Bereich der kommunalen Infrastruktur zahlen sich aus – und entlasten daneben natürlich auch deren Haushalte.

Die energetische Sanierung kommunaler Liegenschaften führt neben der Reduktion des Heizenergieverbrauchs zur gebotenen Verringerung der CO2-Emissionen – darüber hinaus zu positiven Auswirkungen für die Bauwirtschaft und damit für den Arbeitsmarkt.

Das Marktpotenzial für die energetische Sanierung wird bundesweit auf rund 350 Milliarden Euro geschätzt. Ich darf darauf hinweisen, dass für die notwendigen Investitionen in die Energieeffizienz des Gebäude-bestandes inzwischen attraktive Finanzierungs-möglichkeiten existieren.

In hoch entwickelten Volkswirtschaften kann die Herausforderung des 21. Jahrhunderts nur heißen, mit Hilfe gut durchdachter, ganzheitlicher Techniken im Rahmen  von uns selbst definierten Wertmaßstäben unseren derzeitigen Lebensstandard langfristig aufrecht zu erhalten.

Die Probleme von heute sind mit  Denkweisen von gestern nicht zu lösen. Es geht darum, intelligente Technik für den Klimaschutz zu entwickeln und damit unseren Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.

Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau, als deren Vertreter ich heute zu Ihnen spreche, vertritt die beruflichen Belange ihrer mehr als 5600 Mitglieder – der am Bau beteiligten Ingenieure. Die am Bau beteiligten Ingenieure -  dies sind nicht nur Planer für Tragstrukturen, sondern auch Planer für Bauphysik, Elektrotechnik und Technische Gebäudeausrüstung mit den Gebieten Lüftung und Klima unter Anwendung regenerativer Energieversorgung - nehmen großen Einfluss auf Planungs- und Bauaufgaben und tragen durch ihr Wissen zu effizientem Energie-einsatz und damit zum Klimaschutz bei.
Sie alle übernehmen eine wichtige Zukunftsaufgabe: Die Sicherung der Versorgung mit Energie unter Berücksichtigung vorhandener Ressourcen und erneuerbarer Energien.

Mit dem in unserem Kammer-Leitbild enthaltenen Ingenieurkodex verpflichten wir uns der Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft. Neben dem Ausschuss Umwelt-Verkehr-Wasser hat die Kammer zwei Arbeitskreise eingerichtet, die sich mit den Themen Klimaschutz und Innovation im Bauwesen auseinander setzen. Mit den von uns „mitveranstalteten“ Energietagen informierten wir im vergangenen Jahr in ganz Bayern kostenfrei über Maßnahmen zu mehr Energieeffizienz und zur möglichen Reduzierung des CO2-Ausstoßes durch Sanierung und energetische Optimierung.

Darüber hinaus bietet die Ingenieureakademie Bayern  seit Jahren entsprechende Fortbildungen an, zum Beispiel Lehrgänge zum Energieberater, Weiterbildungen zum Umweltschadensgesetz sowie Informationsveranstal-tungen zum Thema „Nachhaltiges Planen und Bauen“.

Im Bauwesen ist ein langfristiger Denkansatz notwendig, um nachhaltigen Klimaschutz zu erreichen. Life-Cycle-Betrachtungen, also das Wissen über die Energiebilanz eines Bauwerks von der Entstehung über die Nutzung bis zur Entsorgung, sind dabei nicht nur ein Maßstab für die Ökologie, sondern auch ein wesentlicher Faktor für die Wirtschaftlichkeit einer Planungs- und Baumaßnahme.

Dies gilt nicht nur für den Bereich des Hochbaus, bei dem in erster Linie die Nutzung im Vordergrund steht. Hier können sehr kurzfristig gute Resultate erzielt werden. Auch im Bereich der Infrastruktur, also bei Strassen und Brücken, bei der Wasserversorgung und Abwasser-entsorgung, oder Ingenieurbauwerken im Wasserbau, muss der Beitrag für den Klimaschutz bereits im Rahmen der Planung erbracht werden. Denn die Kosten für die CO2-Freisetzung sind neben den Kosten für die Erstellung und dem in einigen Jahrzehnten möglichem Rückbau ebenfalls in die Gesamtkosten der Maßnahme einzurechnen.

Nach den geltenden Vergaberegeln der EU ist es bereits schon heute möglich, ganzheitliche Wertmaßstäbe bei Bauleistungen als mit-entscheidendes Kriterium für eine Auftragsvergabe zu berücksichtigen. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau wirbt bei öffentlichen Auftrag-gebern nachdrücklich dafür, die Gesichtspunkte der Nachhaltigkeit stärker zu berücksichtigen.

Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen für Planen und Bauen so zu gestalten, so dass eine neue Dynamik im Bereich der Innovationen für den Klimaschutz entsteht. Dies bedingt die Definition von Randbedin-gungen durch die Vorgabe ganzheitlicher Wertmaßstäbe in deren Rahmen die Wirtschaft agieren kann.

Teilweise verbreitete Panikmache und Hysterie bringen uns nicht weiter!

Uns Ingenieure dürfen Sie dabei gerne in die Pflicht nehmen! Binden Sie den Sachverstand der verschie-denen Fachrichtungen in ihre Entscheidungen mit ein. Die Ingenieure sind es, die mit Sachverstand die notwendigen technischen Innovationen entwickeln, um unsere begrenzten Ressourcen zu schonen und die CO2-Emissionen auf ein verträgliches Maß zu reduzieren.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich wünsche  der Tagung viel Erfolg und  interessante Vorträge.

Diese Rede als pdf-Datei zum Runterladen finden Sie HIER.

 

 

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