Infoveranstaltung: Klimaschutz durch Energiemanagement und energieeffizientes Bauen

Grußwort
Dipl.-Ing. Univ. Heidi Aschl, Präsidentin der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau
am 27.02.2007, an der FH Deggendorf

Sehr geehrter Herr Regierungspräsident Dr. Zizelsberger,

sehr geehrter Herr Präsident Professor Dr. Höpfl,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

es scheint, die Welt ist wach gerüttelt.

 

Der Weltklimabericht, den die Uno zu Anfang dieses Jahres vorgelegt hat, hat Aufsehen erregt. Offenbar wird vielen Menschen nun endlich bewusst, was „Klimawandel“ wirklich bedeutet. Es wird wärmer, die Meeresspiegel steigen, die extremen Wetterphänomene werden häufiger.

 

Während in den einen Gebieten die Trockenheit zunimmt, wird in anderen das jährliche Hochwasser zum Normalfall. Extreme Niederschläge wie bei uns im vergangenen Jahr wechseln sich ab mit schneearmen Wintern wie heuer.

 

Nur wenige Jahre, so eine neue Untersuchung, haben wir noch Zeit, um wirkungsvoll Einfluss zu nehmen auf die derzeitige Klimaentwicklung dieser Erde und somit einen totalen Kollaps unseres Klimasystems vielleicht doch noch vermeiden zu können.

 

Diese Erkenntnis hat weltweit zu verschiedenen Aktivitäten geführt. So möchte Australien zum Beispiel die „normale“ Glühbirne verbieten. Ein Vorhaben, das plötzlich auch bei europäischen Politikern Anhänger findet. Energiesparleuchten gibt es schon lange – man fragt sich, weshalb die Erkenntnis, diese auch flächendeckend einzusetzen, so lange gebraucht hat, um sie umzusetzen.

 

In Deutschland dreht sich die Diskussion um die CO2-Reduizeriung – man will schon beinahe sagen naturgemäß – um des Deutschen liebstes Kind: ums Auto.

 

Es ist sicherlich wichtig und richtig, hier aktiv zu werden. Auch ich frage mich manchmal, weshalb Mütter ihre Kinder mit einem riesigen Geländewagen in den Kindergarten fahren müssen - ausgerechnet die Kinder, um deren Zukunft es doch gehen sollte bei einem verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen und mit unseren Lebensgrundlagen.

 

Doch hier spielen eben Prestige und Lebensstil eine große Rolle, und genau deshalb ist die Diskussion auch stark mit Emotionen behaftet.

 

Unstrittig ist jedoch, dass ein Großteil der Energie, die wir heute Verbrauchen, nicht für die Mobilität eingesetzt wird, sondern für den Betrieb unserer Gebäude.

 

Wer mit offenen Augen durch unsere Städte und Gemeinden geht, der erkennt auch sofort, dass hier noch ein großes Energie-Einspar-Potenzial schlummert.

 

Wenn wir nachhaltigen Einfluss nehmen wollen auf die Klimaentwicklung unserer Erde, dann müssen wir – weltweit – dafür sorgen, dass wir durch den Einsatz effektiver Technik und moderner und wirkungsvoller Baustoffe auf der Basis einer intelligenten und innovativen Planung unsere Gebäude „sparsamer“ machen.

 

Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau bildet seit einigen Jahren „Energieberater vor Ort“ aus. Diese Ingenieure sind darin geschult, Gebäude umfassend energetisch zu betrachten und ein ganzheitliches Konzept zu erarbeiten, das dazu beiträgt, auf der einen Seite den Energieverbrauch beim Betrieb eines Gebäudes zu reduzieren und auf der anderen Seite dadurch auch Kosten einzusparen.

 

Eine sogenannte „Energieberatung“ wird heutzutage von vielen Akteuren am Markt angeboten. Der Vorteil einer unabhängigen Energieberatung durch Beratende Ingenieure liegt dabei auf der Hand. Selbstverständlich kann einem Gebäudebesitzer auch der Fensterbauer Tipps geben, wie der Energieverbrauch zu reduzieren ist. Aber wie werden diese Tipps wohl aussehen? Ganz klar, das wichtigste werden „neue Fenster“ sein. Und wenn der Heizungsbauer berät, dann muss natürlich als erstes ein neuer Kessel her.

 

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Die einzelne Maßnahme mag durchaus Sinn haben. Aber erst durch eine ganzheitliche Betrachtung des gesamten Gebäudes – und dazu ist eben das Fachwissen eines in der Planung und im Bau komplexer Bauwerke erfahrenen Experten notwendig – kann ein Maßnahmen-Mix erarbeitet werden, der das Optimum an Energieeinsparung bei verantwortbarem Einsatz der finanziellen Mittel garantiert.

 

Energieberater vor Ort, wie sie unter anderem auch die Bayerische Ingenieurekammer-Bau ausbildet, sind unserer Ansicht nach daher die geeigneten Experten, die zu Rate gezogen werden sollten, wenn es um die energetische Optimierung von Bauwerken geht.

 

Und es ist keine Frage, dass wir – neben all denn wünschenswerten Aktivitäten, den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen zu minimieren – gerade im Bauwerksbestand aktiv werden müssen, um nachhaltige Effekte zu erzielen, die die Erderwärmung eindämmen.

 

Daher freue ich mich über die Initiative zu dieser heutigen Veranstaltung und danke insbesondere der Regierung von Niederbayern und der Fachhochschule Deggendorf, aber auch allen übrigen Mitveranstaltern, dafür, dass sie dieses so wichtige Thema heute mit interessanten und informativen Vorträgen ins Licht der Öffentlichkeit rücken.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

[es gilt das gesprochene Wort]

 

 

zurück zur Übersicht

Bayerische
Ingenieurekammer-Bau

Körperschaft des öffentlichen Rechts

Schloßschmidstraße 3
80639 München
Telefon 089 419434-0
info@bayika.de

► Aktuelles ► Reden
Planer- und Ingenieursuche
Partner Mittelstandspakt Bayern

Partner Klima-Allianz Bayern