„über brücken“ – Fotografien von Wilfried Dechau

Dipl.-Ing. Univ. Heidi Aschl, Präsidentin der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau
zur Ausstellungseröffnung „über brücken“ – Fotografien von Wilfried Dechau im Lichthof, Nymphenburger Straße 5, München, 07.09.2006

Sehr geehrter Herr Dechau,
sehr geehrter Herr Professor Dr. Sachsse,

sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Gäste,

sehr herzlich darf ich Sie zur Eröffnung der Ausstellung „über brücken“ mit Fotografien von Wilfried Dechau begrüßen.

Für uns ist dies eine Premiere; erstmals nutzen wir den Lichthof dieses Gebäudes für eine Kammer-Veranstaltung.

Wenn sie sich schon ein klein wenig umgesehen haben, dann denke ich, dass Sie mir zustimmen werden: Er ist insbesondere für eine Ausstellung, wie wir sie heute eröffnen, wie geschaffen.

Warum aber haben wir uns dazu entschlossen, Ihnen gemeinsam mit Herrn Dechau rund 100 Fotografien von Fußgängerbrücken aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien zu zeigen?

Es gibt dafür mehrere Gründe.

Zum einen liegt es ganz sicher an der charismatischen Persönlichkeit von Wilfried Dechau. Sie werden wissen, dass er über viele Jahre sehr erfolgreich Inhalt und Optik der Zeitschrift db geprägt hat – im übrigen gemeinsam mit Frau Dr. Ursula Baus, die ich an dieser Stelle ebenfalls sehr herzlich begrüßen möchte.
Wilfried Dechau hat bei der Messe BAU 2005 den Kontakt zu unserer Kammer gesucht. Ziel war, gemeinsam zu agieren, um Ingenieurbau, Architektur und Baukultur in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Selbstverständlich dachte der – im positiven Sinne Besessene – Wilfried Dechau dabei in erster Linie an das Thema Fotografie. Denn er ist eine der Triebfedern, die im Verein „architekturbild e.v.“ zum Beispiel den Europäischen Architekturfotografiepreis ausloben.

Kurzum, die Kammer ist seit dieser Zeit Mitglied des Vereins – eine sehr gute Sache, die wir gerne unterstützen.
Warum interessiert sich aber eine Ingenieurekammer für das Thema „Architekturfotografie“?
Sicherlich müssen wir neidlos anerkennen, dass dieser Begriff eben allseits akzeptiert ist. Und es ich ja auch nicht so, dass Architekten allein das Copyright auf all das haben, was mit Architektur zu tun hat. An jedem Bauwerk ist in irgend einer Art und Weise immer auch ein Ingenieur beteiligt (denn auch Architekten sind Diplom-Ingenieure!).

Und zum anderen ist der Mensch in seiner Wahrnehmung eben wesentlich durch optische Anreize geprägt.

Sie können in vielen Worten beschreiben, wie eine Brücke aussieht - aber wenn Sie eine Bild davon sehen, dann begreifen Sie die Konstruktion und die Idee, die dahinter steckt – oder sind im einen oder anderen Fall auch schlicht nur erstaunt, dass so etwas überhaupt stabil ist und halten kann.

Als wir die Ankündigung von Wilfried Dechau erhalten hatten, er habe den Bau des Traversiner Stegs fotografisch dokumentiert und begleitet, war unser Interesse natürlich sofort geweckt. Nachdem wir das Buch in Händen hatten, waren wir uns sicher: Wir möchten diese Bilder bei uns ausstellen.

Das Buch liegt übrigens heute zur Ansicht aus, und wir haben auch mehrere Exemplare hier, die Sie käuflich erwerben können.
Doch Wilfried Dechau hatte noch mehr zu bieten. Seit einiger Zeit bereist er einige europäische Länder, um Fußgängerbrücken fotografisch in Szene zu setzen.

Und diese Ingenieurbau-Fotografie ist natürlich unser Thema!

Interessant für mich war eine der Begründungen von Herrn Dechau, weshalb es ihm die Fußgängerbrücken so angetan haben. Nirgends sonst, so sagt er, ist der Kontakt zwischen Nutzer und Konstruktion so eng.

Und er hat recht. Eine schwingende Hängebrücke zu betreten ist etwas ganz anderes, als über eine massive Autobahnbrücke zu fahren.

Zu den Fotografien und zur Person Wilfried Dechau wird Herr Professor Sachsse gleich noch einige Worte an uns richten.

Trotzdem möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf einige der Motive lenken.
Zum Beispiel auf die Hängebrücken aus Schottland. Denen sieht man teilweise an, dass hier kein Ingenieur am Werk war. Abenteuerliche Konstruktionen sind da entstanden, bei denen man das Gefühl hat, der Nutzer hat im Schuppen nachgeschaut, was an Baumaterial herumliegt, und hat dann einfach mal angefangen zu basteln.

Heraus gekommen sind dabei Brücken von erstaunlicher Stabilität – obwohl ich mir gut überlegen würde, sie zu betreten – und einer oft hohen ästhetischen Qualität.

Auf der anderen Seite zeigt Wilfried Dechau moderne elegante Konstruktionen, selbstbewusste Ausrufezeichen in der gebauten Stadtlandschaft, durchkonstruiert bis ins kleinste Detail.

Mich faszinieren diese Bilder. Und ich hoffe, Ihnen geht es genau so.

Selbstverständlich liegt nur ein Teil dieser Faszination in den Brücken an sich; der andere Teil besteht ganz sicher in der gekonnten Art und Weise, wie diese Brücken fotografisch dokumentiert und inszeniert wurden.

Aber hierzu möchte ich gleicht das Wort an Herrn Professor Sachsse weiter reichen; er ist Experte in diesen Dingen und wird Ihnen sicherlich noch so manch Interessantes zu den Fotografien sagen können.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich freue mich, dass Sie alle heute Abend den Weg in die Bayerische Ingenieurekammer-Bau gefunden haben. Genießen sie den Abend, lassen Sie sich faszinieren von den Fotografien, die im übrigen noch bis zum 11. Oktober hier ausgestellt werden.

Bedanken möchte ich mich selbstverständlich zu aller erst bei Wilfried Dechau, der sehr viel Zeit investiert hat in die Zusammenstellung und den Aufbau dieser Ausstellung; mein Dank gilt dem Vorstand, der diese Ausstellung mit trägt; und Dank auch an all diejenigen, die zum Gelingen dieser Ausstellung beigetragen haben.

Ihnen allen wünsche ich einen angenehmen Abend in der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

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