Der Stoff aus dem die Träume sind

Textiles Membrandach als Markenzeichen des „Energy Efficiency Center“ des ZAE Bayern fertiggestellt.

 

Würzburg   -  26.10.2012

Das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. (ZAE Bayern) ist mit dem Abschluss der Montage des Membrandaches der Fertigstellung des hochinnovativen Forschungs- und Demonstrationsgebäudes Energy Efficiency Center einen großen Schritt näher gekommen. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur und Technologie geförderte und von namhaften Industriepartnern finanziell unterstützte Projekt avanciert durch die Vielzahl der eingesetzten innovativen Gebäudekomponenten zu einem internationalen Leuchtturmprojekt.

Die innovative Membrandachkonstruktion leistet gleich auf drei Ebenen einen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz des Neubaus. Zum einen wird durch die Überdachung des Büro- und Laborkomplexes eine in Abhängigkeit von Wetterprognosen steuerbare Zwischenklimazone geschaffen, die eine Reduktion von Wärmeverlusten oder Kühllasten für die darunter liegenden Büroräume bewirkt. Zum anderen wird der Energieeintrag und die Versorgung der Büroräume und Gänge mit Tageslicht durch die maßgeschneiderte Einstellung der Transmissionseigenschaften der eingesetzten Membranen und lichtdurchlässigen Deckenelemente optimiert. Schließlich zeichnet sich die hier umgesetzte textile Architektur durch einen geringen Materialeinsatz und ein hohes Maß an Vorfertigung aus. Ressourceneffizienz und Energieeffizienz gehen hier Hand in Hand.

Für das Design dieses hochinnovativen Daches ist das Architekturbüro Lang Hugger Rampp GmbH aus München federführend. Die Planung des anspruchsvollen Stahltragwerks lag in den Händen von SSF Ingenieure AG. Für die Planung der Gebäudetechnik zeichnet sich Ebert-Ingenieure GmbH verantwortlich.

Die Hightex GmbH, Bernau, Bayern, weltweit tätiger Spezialist für Membrandach- und -fassadenkonstruktionen, realisierte beim Energy Efficiency Center eine einzigartige Membrandachkonstruktion. Geschäftsführer  Frank Molter betont: „Wir freuen uns, dass wir mit unserem spezifischen Membranbau-Know-how beitragen konnten, das Energy Efficieny Center zu einem Vorbildprojekt für Energie- und Resourceneffizienz zu machen.“

Hightex ist ein auf die Konzeption, Entwicklung, Fertigung und Montage im Bereich der textilen Membran-Architektur einschließlich Kabel-und verschiebbare Systeme spezialisierter System-Anbieter. Zu den von Hightex realisierten Projekten gehören unter anderem das Dach des Olympia-Stadions in Kiew, Austragungsort des EURO 2012-Finales, das verfahrbare Dach des Nationalstadions in Warschau, das weltweit erste verfahrbare Membran-Kissendach im BC Place-Stadion, Vancouver, die Fassade des Green Point Stadium in Kapstadt sowie das Dach des Soccer City Stadium in Johannesburg für die Fußballweltmeisterschaft 2010. Das Unternehmen wurde auch für die Konzeption und Installation der Membrandachkon-struktionen des Maracana-Stadions in Rio de Janeiro, Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft 2014 und der Olympiade 2016, sowie des Beira-Rio-Stadions in Porto Alegre, Brasilien, beauftragt.

Eine weitere Besonderheit ist die hier eingesetzte Membran von Saint-Gobain Performance Plastics Corporation, die eine spezielle Beschichtung aufweist, durch die Stickoxide aus der Umgebungsluft abgebaut werden. Die eingebauten Flächen mit EverClean® Beschichtung von 1.000 m² weisen eine vergleichbare Luftreinigung wie ca. 7.000 m² Grünfläche (entspricht der Fläche von 28 Tennisplätzen) auf. Zudem wird die Oberflächenverschmutzung durch einen Selbstreinigungseffekt umweltfreundlich verhindert. Neben der mit dem ZAE Bayern entwickelten weltweit ersten in der Wärmedämmung um den Faktor zwei bis drei verbesserten transluzenten Membrankissenkonstruktion, werden transparente und transluzente Membranfolienarten (ETFE, PTFE) für das Hauptdach eingesetzt.

Das durch die Membrankonstruktion durchscheinende Tageslicht wird über lichtdurchlässige, hochwärmedämmende Deckenelemente in die Gänge und Büroräume für eine optimale natürliche Raumausleuchtung eingeleitet. Dabei wird in vielen Deckenelementen Silica-Aerogel verwendet, welches unter dem Produktnamen Lumira Aerogel von der Cabot Aerogel GmbH in Frankfurt hergestellt wird. Dieser neuartige transluzente Dämmstoff wird in unterschiedlichen Verglasungselementen aus Glas (z.B. von der Fa. Okalux GmbH) oder Kunststoff eingesetzt und ermöglicht lichtdurchlässigen Bauteilen Dämmwerte zu erreichen, die sonst nur mit opaker Dämmung möglich sind. So gilt dieses hochporöse Material als Weltrekordhalter in Sachen Wärmedämmung.

Das Energy-Efficiency-Center wird im Frühjahr 2013 fertiggestellt werden und mit seinem Forschungsbetrieb starten. Spätestens Mitte des Jahres 2013 können sich auch Besucher in dem integrierten Informationzentrum über die eingesetzten Innovationen und aktuellen Forschungsthemen im Bereich des energieoptimierten Bauens informieren.

Quelle: ZAE Bayern

 

 

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