Innovative Segmentbrücke bei Greißelbach sorgt für mehr Verkehrssicherheit

Erstmals neuartiges Bauprinzip für den Brückenüberbau angewandt

 

Greißelbach   -  12.06.2015

neuartiges Brückenkonzept Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Dorothee Bär, hat Mitte Juni gemeinsam mit dem bayerischen Staatsminister des Inneren, für Bau und Verkehr, Joachim Herrmann, ein neuartiges Brückenkonzept bei Greißelbach vorgestellt und die umgebaute Kreuzung an der Bundesstraße 299 bei Greißelbach offiziell für den Verkehr freigegeben.

Die neue Brücke sorgt dafür, dass sich die B 299 und die Staatsstraße 2220 nicht mehr auf gleicher Höhe kreuzen. Die Kosten für das Bauwerk liegen bei rund 1,3 Millionen Euro.

Brücke"Mit der Überführung der Staatsstraße 2220 über die Bundesstraße 299 haben wir diesen wichtigen Knotenpunkt wesentlich verkehrssicherer gemacht", betonte Herrmann. Hervorstechend sei gerade die Bauweise der rund 32 Meter langen und 16 Meter breiten Brücke. Denn die im Rahmen eines Pilotprojektes von der Firmengruppe Max Bögl zusammen mit den Ingenieurbüro SSF Ingenieure AG entwickelte  innovative Segmentbrücke wird zu großen Teilen im Werk vorgefertigt. Auf der Baustelle sind nur noch wenige Arbeitsschritte notwendig.

"Die zwölf Segmente der Fahrbahnplatte wurden direkt so hergestellt, dass die sonst übliche Abdichtung und der Fahrbahnbelag entbehrlich sind", erläuterte Herrmann. "Aufwendige Instandsetzungsarbeiten wie die Erneuerung des Fahrbahnbelags sind künftig nicht mehr notwendig". 

BrückeDorothee Bär stellte fest: "Die Baumaßnahme stellt eine wichtige Verbesserung der regionalen Infrastruktur dar. Mit der Beseitigung der höhengleichen Straßenkreuzung und dem neuen 2,5 m breiten Geh- und Radweg leisten wir zudem einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für den Straßenverkehr wie auch für den Fuß- und Radverkehr".

"Effiziente und moderne Verkehrswege sind unverzichtbare Voraussetzungen für eine dynamische Volkswirtschaft. Die Brücke in innovativer Segmentfertigteilbauweise bei Greißelbach ist ein eindrucksvolles Beispiel für das Engagement und die Einsatzbereitschaft aller am Bau Beteiligten", so Bär weiter.

Pilotprojekt „Brücke Greißelbach“

BrückeBei der Konstruktion wurde in Zusammenarbeit mit der ausführenden Firma Max Bögl und dem planenden Ingenieurbüro SSF ein neuartiges Bauprinzip für den Brückenüberbau als Pilotmaßnahme angewandt. Besonderheit sind die zwölf mit hochfestem Beton hergestellten Brückensegmente.

Dabei werden die direkt befahrenen Segmente aus selbstverdichtendem Beton bereits im Fertigteilwerk so vorbereitet, dass nach dem Verlegen der Segmente kein weiterer Arbeitsschritt auf der Baustelle mehr erforderlich wird. Wesentliches Merkmal der Brücke ist die Trennung der Fahrbahnplatte vom Haupttragsystem, einem integralen Rahmen aus zwei eingespannten Verbund-Fertigteilträgern (VFT). Auf diese Träger werden insgesamt 12 Betonfertigteilplatten (Einzellänge 2,66 m, Breite 16,05 m) aufgelegt und anschließend mittels interner verbundloser Längsvorspannung zusammengespannt. Auf den Überbau wird keine weitere Abdichtung oder ein Belag aufgebracht.

BrückeDie vorgefertigten Betonsegmente wurden in Brückenlängsrichtung in sogenannter verbundloser Längsvorspannung zusammengespannt. Aufgrund der hohen Qualitätsanforderung kann auf die bei Straßenbrücken sonst übliche Abdichtung und den Belag verzichtet werden.

Die Kosten für den Kreuzungsumbau von insgesamt rund 4,8 Millionen Euro tragen der Bund und der Freistaat Bayern. Rund 1,3 Millionen Euro davon entfallen auf die Segmentbrücke. Neben der Entwicklung der innovativen Bauweise hat sich die Firma Max Bögl wesentlich an den Kosten für die Brücke  beteiligt. Bei der Entwicklung der neuen Bauweise waren neben dem Bundesverkehrsministerium und der Bundesanstalt für Straßenwesen auch Wissenschaftler der Technischen Universität München eingebunden. Das Projekt wird auch in Zukunft wissenschaftlich begleitet.

Quellen: BMVI/STMI/SSF, Fotos: CSU/Dorothee Bär, Staatliches Bauamt Regensburg

 

 

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